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Share Now: Die neue Carsharing-App kommt mit einer neuen Preisstruktur

Die neue Share Now-App. © Share Now
Die neue Share Now-App. © Share Now

Die Zusammenlegung der beiden Carsharing-Dienste Car2go und DriveNow werden zuerst die Kunden in Wien bemerken. Denn ab dem 19. November werden die beiden Apps der Anbieter zu einer neuen „Share Now„-App zusammen gelegt. Mit dieser App wird man dann in Wien rund 1.500 Autos der Marken BMW, Mercedes-Benz, MINI und smart von der Straße weg mieten können.

Die Umstellung läuft folgendermaßen: Aus der Car2go-App wird mit einem Update die Share Now-App. Die DriveNow-App wiederum, die BMW bisher angeboten hat, wird verschwinden. Die bisherigen DriveNow-Zugangsdaten funktionieren auch in der Share-Now-App, eine erneute Registrierung ist nicht notwendig. Schon bisher haben die beiden Apps aufeinander verlinkt, zum Buchen musste man aber immer entweder Car2go oder DriveNow verwenden.

+++ Share Now: Was die Zusammenlegung von car2go und DriveNow für dich bedeutet +++

Neue Tarifstruktur für alle Autos

Durch die Zusammenlegung wird das sich Betriebsgebiet im Vergleich zum ehemaligen car2go-Geschäftsgebiet um acht Prozent, im Vergleich zum ehemaligen DriveNow Gebiet sogar um 18 Prozent vergrößern. Am wichtigsten aber: Es gibt eine neue, einheitliche Preisstruktur. „Die Preise werden im Zuge der Produktintegration zum 19. November vereinheitlicht. Die wichtigste Änderung dabei: Die bei den Mercedes- und Smart-Modellen bereits bekannten flexiblen Minutenpreise gelten dann auch für Fahrzeuge von BMW und MINI“, heißt es seitens Drive Now.

Diese Preise, die auf einem flexiblen Preissystem beruhen, entstehen auf Basis von Tageszeit Standort des Autos und der generellen Nachfrage. Bei Fahrzeugen, die in Gebieten mit geringer Nachfrage angemietet werden, fällt der Minutenpreis je nach Tageszeit, in Gebieten mit hoher Nachfrage steigen die Minutenpreise. Vor Fahrtantritt wird dem Kunden jedenfalls der Minutenpreis, der dann verrechnet wird, kommuniziert. Die Preismodelle in vier Kategorien sehen wie folgt aus:

Gebiete mit geringer Nachfrage Gebiete mit mittlerer Nachfrage Gebiete mit hoher Nachfrage
XS (z.B.smart fortwo) 0,26 € 0,31 € 0,36 €
S (z.B. BMW Mini) 0,30 € 0,35 € 0,40 €
M (z.B. Mercedes A-Klasse, 1er BMW) 0,33 € 0,38 € 0,43 €
L (z.B. BMW X1,
Mercedes CLA,
BMW 2er Cabrio)
0,36 € 0,41 € 0,46 €

Außerdem gelten folgende Zusatzkosten:

  • Zone A Drop-off Gebühr: 2,99 Euro
  • Zone B Drop off Gebühr: 4,90 Euro
  • Flughafengebühr: 12,00 Euro
Gehören jetzt zusammen DriveNow und Car2Go. © Share Now
Gehören jetzt zusammen DriveNow und Car2Go. © Share Now

EU-Kommission genehmigte Fusion

Hinter der Zusammenlegung steht die Fusion der Mobilitätsdienste von Daimler und BMW, mit der seit Februar ein starkes Joint Venture geschaffen werden soll, das vor allem US-amerikanischen Anbietern Paroli bieten soll. „Wir freuen uns, dass Wien die erste SHARE NOW Stadt ist, in der unsere neue App vollumfänglich allen Kunden zur Verfügung steht. Damit ist Wien perfekt für eine nachhaltige Mobilitätszukunft gerüstet“, heißt es seitens Share-Now-CEO Olivier Reppert. An den weiteren Standorten in Europa soll die Produktintegration schrittweise bis zum ersten Quartal 2020 erfolgen. In Wien sieht man bereits, dass die Autos auf das neue Logo umgebrandet werden.

+++ Carsharing sorgt leider nicht dafür, dass wir weniger Autos auf den Straßen haben +++

Noch kein Ersatz für das eigene Auto

Wie nachhaltig Carsharing ist, ist fraglich. Wie berichtet zeigte dieses Jahr eine Studie der Beratungsgesellschaft A.T. Kearney, dass Carsharing bis dato leider nicht dafür sorgte, dass wir weniger Autos auf den Straßen haben. Stattdessen werden Free-Floating-Mietautos eher zusätzlich zum eigenen Auto genommen und sind am ehesten noch ein Ersatz für die öffentlichen Verkehrsmittel. Auch die Betreiber von Carsharing-Angeboten wissen das.

„Die Studie von AT Kearney unterstützt unsere Ansicht, dass das private Fahrzeug in Deutschland nach wie vor eine viel zu große Rolle spielt, um die Mobilitätswende zu schaffen. Es braucht politische Entscheidungen, das zu ändern. Carsharing ist ein wachsendes Feld und der Wandel in der innerstädtischen Mobilität braucht viel Geduld“, sagt Olivier Reppert, CEO von Share Now, zu der Studie. „Würde es uns gelingen, die in der Studie genannten fünf Prozent der privaten Fahrzeuge von den Straßen zu holen, wären das allein in den großen Städten Deutschlands 2,5 Millionen weniger Autos. Das wäre eine tolle Nachricht für die Umwelt.“ Im Oktober hat Share Now seine Elektroautoflotte aufgestockt und bietet mittlerweile 120 BMW i3 an.

+++ DriveNow & Car2Go: EU-Kommission genehmigt Fusion – aber unter Auflagen +++

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