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Seven Bel: Oberösterreichische Lärm-Fotografen holen halbe Million Euro bei eQventure

Michael Andessner, Barbara Rittenschober und Thomas Rittenschober von Seven Bel. © Seven Bel
Michael Andessner, Barbara Rittenschober und Thomas Rittenschober von Seven Bel. © Seven Bel

Wie kann man Lärm sichtbar machen? Unter anderem mit einem mobilen Messgerät und einer Smartphone-App des Linzer Startups Seven Bel. 2018 von Thomas Rittenschober gegründet, soll die Messtechnik, mit der man Schall sehr einfach und schnell visualisieren kann, zu einem Industriestandard werden – und zwar überall dort, wo es darum geht, Lärm zu messen. Das kann beim Maschinenbau genauso sein wie in Gebäuden, in denen die Raumakustik vermessen werden soll.

Mit eQventure hat Seven Bel jetzt einen Investor bekommen, der 500.000 Euro in das junge Unternehmen investiert. „Auch in wirtschaftlich schwierigeren Zeiten investieren wir in Unternehmen mit hohem Potential. Denn viele Technologieunternehmen wachsen momentan besonders schnell“, so eQventure-Gründer Herbert Gartner. Die halbe Million Euro soll Rittenschobers Unternehmen dabei helfen, den Markteintritt im Sommer 2020 zu schaffen. Dann geht es darum, Kunden zu gewinnen – erste Aufträge von KTM, Fill oder Liebherr gibt es bereits.

© Seven Bel
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Bewertung bei zwei Millionen Euro

eQventure hat für das Investment 25,0005 Prozent der Firmenanteile von Seven Bel bekommen – liegt also knapp über der Sperrminorität. Die Unternehmensbewertung liegt damit auch bei ziemlich genau zwei Millionen Euro (Post-Money). Finanziell unterstützt wurde das Startup bisher von aws, FFG und dem oberösterreichischen Inkubator tech2b. Personell wird das Startup künftig von den beiden Unternehmern Clemens Gasser und Albert Niel unterstützt, mit Michael Andessner gibt es außerdem einen neuen Co-Geschäftsführer.

Kameras zur Schallvisualisierung gibt es seit vielen Jahren, waren aber immer mit hohen Kosten verbunden. Genau das will Seven Bel anders machen. Die eigenen Geräte sind verhältnismäßig günstig und klein und können somit sehr schnell eingesetzt werden. Und: Ergebnisse – also Bilder von den Lärm-Visualisierungen – soll die Software bereits in fünf Minuten liefern können. In Bereichen wie Automotive, Maschinen- und Anlagenbau sowie Haushaltsgeräte soll das von Nutzen sein.

70 Dezibel (und hoffentlich weniger)

Seven Bel hat bisher zwei verschiedene Geräte entwickelt: Der Schallscanner P50 ist für die Visualisierung von mittel- bis hochfrequenten Schallereignissen gedacht und lässt sich auch in beengten Raumsituationen einsetzen, während der P132 für die Visualisierung von tieffrequenten Schallereignissen entwickelt wurde.

Der Name des Startups bezieht sich übrigens auf den Schallpegel von siebzig Dezibel (oder eben sieben Bel): Das ist jener Grenzwert, ab dem Lärm für Menschen auf Dauer potenziell gesundheitsgefährdend sein kann. Und damit Maschinen und Co. diesen Grenzwert möglichst nicht überschreiten, dafür sind die Messgeräte da.

© Seven Bel
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