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sektor5: Wiener Coworking Space muss mit Ende November zusperren

Bundeskanzler Christian Kern bei seinem Auftritt im Februar 2017 im Sektor 5. © Timar Ivo Batis
Bundeskanzler Christian Kern bei seinem Auftritt im Februar 2017 im Sektor 5. © Timar Ivo Batis

Am 30. November 2017 muss eine Institution der Wiener Startup-Szene ihren Betrieb einstellen: Der Wiener Coworking Space sektor5 hat bekannt gegeben, dass eine Weiterführung der Geschäfte nach Ende November wirtschaftlich keinen Sinn mehr macht. Die Einrichtung auf 600 Quadratmetern, in der sich Startups Tische buchen konnten und in der eine Reihe von Events (z.B. AustrianStartups-Stammtisch) stattfanden, wurde 2010 gestartet.

Mittlerweile bekannte Jungfirmen wie Codeship, firstbird, indoo.rs, Anyline, mySugr, Product Hunt oder Blossom haben dort ihre erste Zeit verbracht. Hohen Besuch gab es auch des Öfteren: Bundeskanzler Christian Kern oder Wirtschaftsminister Harald Mahrer besuchten den sektor5 genauso wie viele Vertreter großer Unternehmen, um sich in der Startup-Szene umzusehen.

„Kaum Geld“

„Coworking ist kaum ein gutes Geschäft, und wenn man sich auf Early Stage wie wir fokussiert, dann gibt es kaum Geld, weder von öffentlicher Seite noch von Kapitalgebern“, sagt Florien Drees, die den sektor5 gemeinsam mit Yves Schulz betreibt, zu Trending Topics. „Yves und ich sind irgendwie erleichtert, den Ballast des physischen Raums loszuwerden. Aber wir werden das 5starts-Inkubatorprogramm fortsetzen.“ Bestehenden sektor5-Mitgliedern wird angeboten, in die Coworking-Hubs Markhof oder Rochuspark (beide im 3. Wiener Bezirk) umsiedeln zu können.

„Ich glaube, dass wir, der sektor5, seit 2010/2011 sehr wichtig waren, um das österreichische/ Wiener Startup-Ökosystem in einer rasanten Geschwindigkeit mit aufzubauen. Wir haben, wie natürlich auch andere, jedoch maßgeblich dazu beigetragen, dieses Ökosystem zu formen und zu gestalten und es zu dem Punkt zu bringen, an dem es sich heute befindet“, so Schulz. „Ich denke, dass wir etwas Bleibendes geschaffen haben, von dem heute viele Menschen profitieren. Diese 7 Jahre sind mit Sicherheit kein Fail.“

Im Wiener Sektor5. © Teresa Hammerl
Im Wiener Sektor5. © Teresa Hammerl

5starts-Programm geht weiter

Das Inkubator-Programm 5starts werden Drees und Schulz fortsetzen. Dieses bietet Early-Stage-Startups ein fünfmonatiges Programm, in dem ein Arbeitsplatz, Workshops, Mentoring, Hackathons, Hilfe bei der Erstellung von Press-Kits und ein Demo Day, zu dem Investoren eingeladen werden, inkludiert sind. 5starts ist einer jener 10 Accelerators, der vom Jumpstart-Programm der staatlichen Förderbank aws finanziell unterstützt wird (Trending Topics berichtete). Es soll allerdings kein neuer Batch aufgenommen werden, vielmehr sollen die bestehenden Investments des Inkubators weiter gemanagt werden.

Beim Betrieb des Coworking Space bis Ende November soll sich nichts ändern. Der TechStars Fireside Chat, Office Hours, Meetups und der AustrianStartups-Stammtisch sollen bis dahin wie gewohnt stattfinden können.

Kein einfaches Business

Mit neuen Einrichtungen wie weXelerate, in dem Startups mehrere Monate gratis aufgenommen werden, und einigen anderen Coworking Spaces in Wien hat sektor5 viel Konkurrenz bekommen. Zudem gibt es immer mehr Accelerator-Programme von Großunternehmen (z.B. AVL, Kapsch) für Jungfirmen in Österreich. Startups als zahlende Kunden zu haben, ist denkbar schwer: Sie haben wenig bis gar kein Geld und müssen des öfteren ihren Betrieb schon nach kurzer Zeit wieder einstellen.

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