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Studie

Scooter-Sharing-Markt: 8 wissenswerte Dinge über ein wachsendes Business

E-Mopeds im SharingTrend. © Conrad Bauer
E-Mopeds im SharingTrend. © Conrad Bauer

In Österreich gibt es aktuell rund 560 Mopeds, die man sich über Sharing-Dienste per App von der Straße weg ausleihen kann. Das ist eine von vielen Zahlen, die der gerade veröffentlichte „Scooter-Sharing Marktreport“ des deutschen Elektroroller-Herstellers unu bietet. Seine Ambition: Erstmals wird der weltweite Markt für Sharing-Dienste mit Rollern unter die Lupe genommen – und liefert teilweise überraschende Ergebnisse.

Das sind die spannendsten Fakten aus dem Report:

1. 66.000 geteilte Roller weltweit

Dem Report zufolge gibt es zum aktuellen Stand weltweit rund 66.000 Mopeds, die über Sharing-Dienste angeboten werden. Das ist ein ordentliches Wachstum gegenüber 2018, damals gab es „nur“ 25.000 Stück. Insgesamt sind es 88 Städte in 21 Ländern, in denen unu Scooter-Sharing-Dienste gefunden hat.

© unu Global Scooter Sharing Market Report 2019
© unu Global Scooter Sharing Market Report 2019

2. 4,8 Millionen registrierte Nutzer

Weltweit gibt es laut dem unu-Report knapp 5 Millionen Nutzer, die sich zumindest für einen Scooter-Sharing-Dienst angemeldet haben. Der Zuwachs ist groß, immerhin waren es 2018 nur rund drei Millionen Nutzer. 2017 waren es nur 350.000 Nutzer. Weltweit gibt es 54 verschiedene Betreiber, die in einer oder mehreren Städten tätig sind, außerdem gibt es mittlerweile 34 Hersteller der Fahrzeuge.

3. 70 Prozent Elektroroller

Kaum verwunderlich, setzen die meisten Anbieter von Roller-Sharing auf Elektromopeds (rund 70 Prozent). Allerdings werden es prozentuell nicht mehr Elektroroller, sondern weniger. denn 2018 waren fast 100 Prozent der Roller elektrisch. Das hat damit zu tun, dass der Markt in Indien am stärksten wächst – und dort setzen Anbieter vermehrt auf Mopeds mit Verbrennungsmotor.

© unu Global Scooter Sharing Market Report 2019
© unu Global Scooter Sharing Market Report 2019

4. 8 Fahrten pro Roller/Tag

Es gibt also viele Millionen registrierte Nutzer und zehntausende Roller? Doch wie werden sie genutzt? Dem Report zufolge wird ein Moped pro Tag im Schnitt acht Mal ausgeliehen, eine durchschnittliche Fahrt dauert dann etwa 15 bis 20 Minuten.

5. Preise sind gestiegen

Laut unu-Report liegen die Preise, die Kunden für die Leihe pro Minute bezahlen, zwischen 20 und 30 Cent. Damit sind die geteilten Mopeds teurer als geliehene Fahrräder, aber etwas günstiger als Carsharing (hier zum Vergleich die Preise von Share Now). In Wien verlangt Anbieter emmy 23 Cent pro Minute, bei easy way vom ÖAMTC kostet die Minute 19 Cent.

6. Die Top 5 Betreiber

Der Markt für Scooter-Sharing-Dienste wird von fünf Betreibern dominiert, die zusammen auf einen Marktanteil von 56 Prozent (in Bezug auf die Flotten) kommen. Diese sind:

  • Vogo (Indien)
  • eCooltra (Spanien)
  • Bounce (Indien)
  • CityScoot (Frankreich)
  • Coup (Deutschland)

7. Indien ist der größte Markt

Auch wenn rund 60 Prozent der Flotten der Betreiber in Europa zu finden sind: Indien ist der größte Markt. 30 Prozent der Flotten finden sich in dem riesigen Land. Insbesondere die Stadt Bangalore, die als Hub für Tech-Unternehmen bekannt geworden ist, konzentriert sich das Business. Alleine in Bangalore gibt es rund 15.000 Roller – also fast ein Viertel der gesamten weltweit aktiven Roller, die der Report erfasst hat.

© unu Global Scooter Sharing Market Report 2019
© unu Global Scooter Sharing Market Report 2019

8. Und Österreich?

In Österreich ist die Zahl der Elektroroller um rund 24 Prozent auf etwa 560 Scooter gewachsen. Als Treiber der Entwicklung wird der ÖAMTC genannt, der wie berichtet 2018 mit einer eigenen Flotte unter dem Namen „easy way“ gestartet ist. Zuletzt verkündete auch der deutsche Anbieter emmy, in Wien zu starten. Das deutsche Startup will die Flotte von derzeit rund 50 im Frühjahr 2020 auf mehrere hundert Fahrzeuge aufstocken.

+++ Emmy: Deutscher Sharing-Dienst mit Elektro-Mopeds startet in Wien +++

In Europa sind es vor allem die Länder Spanien, Frankreich, Italien und Deutschland, in denen es die meisten geteilten Roller gibt. In den USA oder Mexiko ist der Markt noch klein, könnte aber wachsen.

© unu Global Scooter Sharing Market Report 2019
© unu Global Scooter Sharing Market Report 2019

unu will nicht selbst in den Markt

Um was geht es nun dem Elektro-Moped-Hersteller unu mit der Veröffentlichung des Reports? Das Berliner Startup konnte mit seinen Rollern der eigenen Analyse zufolge bis dato nicht zu den führenden Herstellern aufsteigen (siehe Punkt 3). Vielmehr geht es darum, sich als Dienstleister für andere Unternehmen zu positionieren, die selbst E-Scooter-Sharing anbieten wollen.

„Das Unternehmen strebt selbst nicht an, zum Sharing Anbieter zu werden, wird aber über das neue Produkt zum wichtigen Partner im Mobility-as-a-Service-Bereich. Bei dem neuen Scooter handelt es sich erstmalig um ein Modell, das speziell für die Anforderungen von Sharing Services entwickelt wurde. Das schlüsselfertige Full Service Paket für Anbieter beinhaltet neben der vollständig vernetzten Hardware und ihren Smart Features auch eine proprietäre und einfach zu integrierende Software für das Fleet Management“, heißt es seitens unu.

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