Channel

Mobility

Micro Mobility

„Schlecht für die Gesundheit:“ Sportmediziner fordern Verbot von E-Scooter

Die Schattenseiten der E-Scooter. © Photo by Brett Sayles from Pexels
Die Schattenseiten der E-Scooter. © Photo by Brett Sayles from Pexels

„Gesundheitsgefährdende Entwicklungen“ fürchten jetzt Vertreter der Österreichischen Gesellschaft für Sportmedizin und Prävention (ÖGSMP) – und zwar wegen E-Scooter. Denn die Gefährte, die man sich vor allem in Wien per App mieten kann, würden dafür sorgen, dass die Menschen noch weniger zu Fuß gehen als ohnehin schon. Außerdem, das ist ja bekannt, gibt es wegen E-Scootern immer wieder Unfälle – weil Nutzer zu schnell fahren oder weil die Roller am Gehsteig im Weg stehen.

„Durch das E-Scooter-Fahren wird die ohnehin dürftige tägliche Wegstrecke nochmals eklatant verkürzt. Das aktive Bewegungsbewusstsein der Menschen muss stärker gefördert werden, indem Alltagswege wieder verstärkt zu Fuß oder per Fahrrad bewältigt werden“, heißt es via Presseaussendung seitens ÖGSMP-Präsident Günther Neumayr und seinem Kollegen Norbert Bachl, seiens Zeichens Ehrenpräsident der Europäischen Gesellschaft für Sportmedizin (EFSMA) und Generalsekretär der Internationalen Gesellschaft für Sportmedizin (FIMS).

Wirklich eine Alternative zum Fußweg?

E-Scooter werden von den Anbietern gerne als Alternative zum Auto in der Stadt angepriesen und als Teil der Mobilitätswende angepriesen. Fraglich ist aber, ob ein Roller überhaupt ein Auto ersetzen kann, oder ob sie nicht eher genutzt werden, um nicht zu Fuß gehen zu müssen. Neumayr und Bachl jedenfalls fordern radikale Maßnahmen, und zwar ein ein generelles Verbot von E-Scootern in Städten. In Wien sind sie erlaubt, in Städten wie Graz oder Mailand wurden sie komplett verboten.

Dem gegenüber stehen aber ständige Nachbesserungen der Anbieter, die die Geschwindigkeit drosseln, zusätzliche Helme anbieten oder Verbotszonen fürs Abstellen eingerichtet haben. In Wien gibt es seit kurzem außerdem verschärfte Regeln, was die Nutzung angeht (mehr dazu hier).

Laurence Leuschner, CEO von Tier Mobility, sagte gegenüber Trending Topics Ende 2019, dass er E-Scooter nicht als Alternative zum Fußgehen sehe. Seine Nutzer würden im Schnitt 2,5 Kilometer fahren. “Kaum jemand geht 2,5 Kilometer zu Fuß.” Er sieht Roller im Mix neben Fahrrad und den Öffis als Lösungsmittel für die Blechlawinen, die Stau und CO2 verursacht (Trending Topics berichtete).

Springe zu:

Ganzen Artikel lesen
Corona-Krise