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Salesforce schluckt Slack um 27,7 Milliarden Dollar im Kampf gegen Microsoft

Slack an der New Yorker Börse. © Slack
Slack an der New Yorker Börse. © Slack

Wie viel ist ein digitales Tool für Büro-Geplauder wert? Ziemlich viel. Genauer gesagt sind es satte 27,7 Milliarden Dollar, die der CRM-Riese Salesforce von Gründer Marc Benioff für die börsennotierte Slack rund um CEO Stewart Butterfield hinblättert. Slack ist zwar zum Synonym für Office-Messaging geworden, hat mit Microsoft Teams aber einen übermächtigen Gegner bekommen, der sich in den letzten Jahren rasant in Unternehmen im Bündel mit Office ausgebreitet hat.

„Gemeinsam werden Salesforce und Slack die Zukunft der Unternehmenssoftware prägen und die Art und Weise verändern, wie jeder in der volldigitalen, ortsunabhängigen Welt arbeitet“, ist sich Benioff sicher. Für Slack, das an der Börse aktuell mit etwa 25 Milliarden Dollar bewertet wird, kauft er sich einen Player zu, der zwar weit verbreitet ist, doch bis zuletzt Verluste schrieb und die Lockdowns nicht voll zum eigenen Vorteil ausnutzen konnte. Mit einer Marktkapitalisierung von etwa 220 Milliarden Dollar ist Salesforce bereits ein großer Fisch, der sich 2019 auch den Datenspezialisten Tableau Software um 15,7 Milliarden Dollar leistete.

Wettbewerbsbehörden spielen Rolle

Für Benioff geht es Analysten zufolge mit dem Zukauf weiter auf direkte Konfrontation gegen Microsoft. 2020 hat gezeigt, wie abhängig Unternehmen von Cloud-Software für Remote Work abhängig sind, und Salesforce kann nun ein zusätzliche Tool in seiner Software-Suite anbieten. Wie die Services künftig genau gebündelt werden, bleibt abzuwarten.

Denn nicht zu vergessen ist: Die nun einsetzende Konsolidierung am Markt für Büro-Cloud-Dienste wird auch die Wettbewerbsbehörden interessieren. Wie berichtet hat Slack erst dieses Jahr Eine Beschwerde bei der EU-Wettbewerbsbehörde gegen Microsoft eingebracht. Beanstandet wurde dabei, dass sich Microsoft durch die Bündelung von Office 365 und Teams einen unfairen Vorteil am Markt verschaffe.

Teams von Microsoft ist ein großer Gegner: Der Dienst zählte 115 Millionen täglich aktiven Nutzer im Oktober – das sind 50 Prozent mehr als noch im April diesen Jahres. Von Slack ist nur zu erfahren, dass es mehr als 10 Millionen pro Tag sind. Die Übernahme durch Salesforce soll für die Kunden nichts ändern, man werde eine offene und eigenständige Plattform bleiben. Doch Änderungen wird es sicher geben. Bereits auf der Dreamforce-Konferenz, die heute am 2. Dezember startet, wird es wohl Neuigkeiten zur künftigen Zusammenarbeit geben.

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