Übernahme

Salesforce-Aktie stürzt nach Ankündigung des Slack-Deals ab

Im Büro bei Slack. © Slack
Im Büro bei Slack. © Slack

Mit einem Preis von 27,7 Milliarden Dollar gehört die geplante Übernahme der Büro-Chat-Software Slack durch den CRM-Riesen zu einem der größten Deals des Jahres. Die erwartbare Folge für die Aktie von Slack: Nachdem erste Gerüchte über den Kauf bekannt wurden, ist sie das erste Mal in ihrer jungen Geschichte über ihren Ausgabepreis geklettert.

Doch parallel dazu hat man der Aktie von Salesforce zuschauen können, wie sie gesunken ist. Am Handelstag am Mittwoch ist sie um satte 8,5 Prozent eingebrochen – und das ist bei einer Börsenbewertung von mehr als 200 Milliarden Dollar dann doch ordentlich viel Geld, das mit einem Schlag vernichtet wird. Derzeit wird Salesforce mit 201 Milliarden Dollar bewertet – vor einem Tag waren es noch etwa 220 Milliarden Dollar. Schon als die Gerüchte aufkamen, rund um den 25. November, gab der Kurs um 5 Prozent nach.

Die alleinige Ankündigung des Deals hat Salesforce also fast so viel Börsenbewertung gekostet wie man für Slack bezahlt. Die Wall Street findet den Deal also nicht wirklich gut, auch wenn Salesforce Marc Benioff, einer der reichsten Männer der USA, den Deal als „match made in heaven“ bezeichnet. Er will Slack mit den verschiedenen CRM-Tools seines Cloud-Unternehmens kombinieren. Doch dass er mehr für Slack bezahlt, als es an der Börse bewertet wird (ca. 25 Mrd. Dollar) ist Anlegern ein Dorn im Auge.

Slack ist kein Krisengewinner

Für Slack, meinen viele Kommentatoren, ist Salesforce die notwendige Rettung. Wie bereits berichtet ist Slack kein Krisengewinner. Zwar steigt durch Home Office der Bedarf an dem Kommunikations-Tool, doch zwei Faktoren wirken dagegen: Microsoft Teams, das durch die Anbindung an Office 365 tief in vielen Unternehmen integriert ist, und auch der Umstand, dass viele Unternehmen Mitarbeiter in der Krise gehen lassen mussten. Bei Slack bezahlt man pro Nutzer und Monat – und der Stellenabbau weltweit machte sich auch bei Slack bemerkbar.

Salesforce wiederum wollte schon immer ein Social-Messaging-Tool für Unternehmen haben. Mit Chatter versuchte man ein solches vor vielen Jahren auch zu etablieren, was aber nie wirklich gelang. Microsoft, Google oder Facebook brachten ihre eigenen Büro-Chats in Stellung, und Chatter hatte keine Chance. Auch Slack wird nachgesagt, dass es alleine am Markt nicht einfach überleben wird können – mit Salesforce im Rücken aber schon.

Nun werden die nächsten Jahre zeigen, ob sich der Deal für Benioff und sein Cloud-Unternehmen ausgezahlt haben – oder auch nicht.

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