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Salamantex: Niederösterreich hat ein neues Crypto-Payment-Startup hervorgebracht

Das Salamantex-Team. © Salamantex
Das Salamantex-Team. © Salamantex

Krypto-Assets sind zum Hodeln oder Traden da, aber nicht unbedingt zum Bezahlen. Das niederösterreichische Startup Salamantex rund um CEO René Pomassl will das ändern – und hat dazu Hard- und Software entwickelt, die es ermöglichen, dass man im Laden mit Bitcoin, Ethereum und Litecoin bezahlen kann. „Mittlerweile gibt es fast 2.000 Kryptowährungen am Markt, aber vergleichsweise gibt es wenig Händler, die ihren Kunden die Möglichkeit bieten, mit Kryptowährungen zu bezahlen. Das wollen wir ändern“, sagt Pomassl zu Trending Topics. „Wir entwickeln Systeme und Software, welche Zahlungsabwicklungen mit Kryptowährungen erleichtern und deren Management vereinfachen.“

So weit so gut – aber wie soll das in der Praxis funktionieren? Zentral für das Salamantex-System ist zum einem ein kleines -Bezahl-Terminal mit zwei Displays, das sich Händler entweder kaufen oder mieten können (575 Euro bzw. ca. 30 Euro/Monat). Mit dem Terminal, das via SIM-Karte oder WLAN eine Internetverbindung aufbaut, werden die Transaktionen abgewickelt. Alternativ geht das auch mit Apps für Smartphones oder einer Software, die als Plug-in in bestehende Kassensysteme oder Online-Shops integriert wird.

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Software berechnet Preise

Zum anderen entwickelt Salamantex und dessen 20-köpfiges Team eine Software, die die korrekten Preise von Fiat in die Kryptowährung umrechnet. Um Transaktionen zwischen verschiedenen Währungen zu ermöglichen und Beträge in andere Währungen umzurechnen, werden Kursdaten zwischen den Währungen benötigt“, sagt Pomassl. Für die regelmäßige Aktualisierung der Kurse kämen verschiedene Quellen zum Einsatz. „Wenn möglich werden Kurse von externen Anbietern verwendet, bei denen den tatsächlichen Wechsel zwischen den Währungen durchgeführt wird. Für Kryptowährung-zu-Fiat-Kursen verlassen wir uns dabei auf die gelieferten Kurse unserer Exchange-Partner.“

In der Praxis bedeutet das: Beim Erstellen einer Transaktion werden Kurse speziell für die jeweilige Transaktion berechnet. Diese Kurse werden vor dem Bestätigen der Transaktion und vor dem Senden der Zahlung dem Lizenznehmer und dem Endkunden angezeigt. „Wegen der stark schwankenden Kryptowährungskurse können die Kurse nur eine gewisse Zeit dem Lizenznehmer und dem Endkunden garantiert werden“, sagt Pomassl. „Der Zeitraum wird in der Software angezeigt.“

„Da Kryptowährungskurse sich von Anbieter zu Anbieter stark unterscheiden, wird wenn nötig ein gewichteter Mittelwert aus den Kursen der verschiedenen Anbieter gebildet“, so Pomassl weiter. Und: „Da Kurse zwischen Kryptowährungen und Kurse zwischen FIAT und Kryptowährungen starken Schwankungen unterliegen werden in die verwendeten Kurse oft geringe Sicherheitsmargen eingearbeitet. Ebenso ändert sich der Kurswert mit steigendem zu wechselndem Betrag (market depth). Größere Beträge führen zu schlechteren Kursen. Dies sollte aber nur bei sehr großen Beträgen bemerkbar sein. Das bedeutet, dass die angebotenen Kurse immer gering schlechter als die Idealkurse etwa von coinmarketcap.com sind.“

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Der Salamantex-Terminal zum Bezahlen mit Krypto-Assets im Shop. © Salamantex
Der Salamantex-Terminal zum Bezahlen mit Krypto-Assets im Shop. © Salamantex

Das Geschäftsmodell

Ab dem vierten Quartal 2018 will Salamantex sein System bei den ersten Händlern zum Einsatz bringen. Dazu sind Sales-Leute in Ländern wie Österreich, Spanien, Italien, Malaysia, Slovenien, Ungarn, Schweiz, HongKong, Tschechien, Rumänien, Korea, Niederlande oder England unterwegs, um Shop-Betreibern das System schmackhaft zu machen.

Neben der Vermietung bzw. dem Verkauf der Terminals will das Startup auch Geld mit einer einem Entgelt der Lizenznehmer für die Nutzung der Software sowie mit Servicegebühren pro Transaktion verdienen (zwischen 0,25 Euro plus 1,0 Prozent der Summe bis – 0,45 Euro plus 1,95 Prozent). Außerdem gibt es auch Exchange-Gebühren, die der Kunde an die genutzte Krypto-Börse bezahlen muss.

Die Sache mit den Steuern

Wenn sich Händler für das Salamantex-System entscheiden, sind sie selbst dafür verantwortlich, dass die korrekten Steuern an die zuständige Steuerbehörde entrichtet werden“, so Pomassl. „Werden gesetzliche Zahlungsmittel wie Euro zu Bitcoins umgetauscht und umgekehrt, ist dies nach Rechtsprechung des EuGH eine steuerfreie Tätigkeit“, so der Salamantex-Gründer. „Lieferungen oder sonstige Leistungen, deren Entgelt nicht in gesetzlichen Zahlungsmitteln, sondern in Bitcoins besteht, sind gleich zu behandeln wie andere Lieferungen oder sonstige Leistungen. Die Bemessungsgrundlage einer derartigen Lieferung oder sonstigen Leistung bestimmt sich nach dem Wert des Bitcoins.“

Insgesamt ist Salamantex also ein ambitioniertes Jungunternehmen. Ist also noch eins offen: Werden Konsumenten auch wirklich mit Bitcoin, Ethereum oder Litecoin in Shops bezahlen wollen?

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