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SafeDollar: Der „sicherte Stablecoin in DeFi“ fällt nach Hacker-Angriff auf 0

© SafeDollar
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Die Welt des Decentralized Finance (DeFi) treibt immer buntere Blüten. Jetzt ist es den Machern eines Stablecoins namens SafeDollar (SDO) gar gelungen, dessen Preis auf Null Dollar fallen zu lassen. Nur zur Verdeutlichung: SDO hätte der „sicherste Stablecoin in DeFi“ werden sollen und sollte immer einen stabilen Wert einem Dollar haben. Doch dann sollen Hacker die anderen Stablecoins (ja, richtig gelesen), die zur Deckung von SDO verwendet wurden, geklaut haben.

Und so ist der Wert von SDO am Montag Abend auf null Dollar gefallen, gemeinsam mit der geringen Marktkapitalisierung. Das SafeDollar-Team beschreibt in einem Nachruf, warum es zum dem kuriosen Vorfall kommen konnte. Ein Angreifer soll eine Lücke ausgenutzt haben, um sich 202.230 USDC and 46.000 Tether (USDT) zu krallen. SafeDollar war auf der Polygon-Blockchain angelegt worden, dort kam es nun offenbar zu dem Problem, das den Diebstahl erlaubte.

Wer sich für die technischen Details des Hacks interessiert, kann sie hier nachlesen. Der Angreifer soll jedenfalls eine Polygon-Wallet genutzt haben, um die Stablecoins abzuziehen. Polygon selbst ist ein Protokoll, das sich als Brückenschlag zwischen Ethereum und anderen Blockchains wie jenen von Polkadot, Cosmos oder Avalanche versteht. Dementsprechend nutzen es Entwickler vor allem dazu, um DeFi-Anwendungen zu bauen.

Immer wieder Probleme mit Polygon-Stablecoins

Der Hacker-Angriff war übrigens nicht der erste. Erst am 21. Juni berichtete das SafeDollar-Team, das ein Angreifer Tokens im Gegenwert von knapp 100.000 Dollar (es handelte sich konkret um 95.392 USDC) von dem Projekt entwendet hatte. Damals hieß es noch, dass das SafeDollar-Protokoll „normal“ arbeite und die Funktionen nicht beeinträchtigt seien. Nach dem zweiten Hacker-Angriff arbeitet das Team nur mehr daran, Kompensationen für die Nutzer zu finden und eine neue Strategie zu entwickeln.

Die Vorfälle im DeFi-Bereich mehren sich – vor allem rund um Stablecoins. So ist kürzlich erst der Stablecoin IRON, in den auch Star-Investor Mark Cuban („Shark Tank“) Geld steckte, auf Null gefallen – auch dieser lief auf der Polygon-Blockchain und war zu 75 Prozent aus dem anderen Stablecoin USDC besichert worden. Ein Automatismus, der immer neue TITAN-Token produzierte, die die anderen 25 Prozent stellten, ließ den Preis immer stärker fallen – bis er bei Null landete.

Diese Vorfälle rund um DeFi und Stablecoins werfen immer öfter die Frage auf, wie und ob Decentralized Finance nicht doch reguliert werden müsste. Wenn Token mit Namen wie SafeDollar oder Iron Finance plötzlich in sich zusammenbrechen, dann sind das starke Alarmsignale an Regulierungsbehörden, die technischen Entwicklungen meist aber nur hinterherlaufen können.

Der Kollaps von Iron Finance wirft große Fragen zum DeFi-Markt auf

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