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Neuer Fokus bei Runtastic: „Wir mussten einige schwierige Entscheidungen treffen“

Das Adidas-Hauptquartier in Herzogenaurach. © Adidas
Das Adidas-Hauptquartier in Herzogenaurach. © Adidas

Es sind mittlerweile vier Jahre vergangen, seitdem der Sportriese Adidas das damalige österreichische Vorzeige-Startup Runtastic für 220 Millionen Euro aufgekauft hat. Seither ist viel passiert: Die Paschinger Firma, die Fitness-Apps anbietet, ist auf rund 240 Mitarbeiter gewachsen, zählt mehr als 140 Millionen registrierte Nutzer und hat mit Scott Dunlap einen neuen CEO geholt, der kürzlich die Funktion nach dem Rücktritt von Florian Gschwandtner übernommen hat. Zuletzt sorgte man bei Nutzern für Unmut, weil die Web-Version größtenteils eingestellt wurde.

Doch wie geht es der Adidas-Tochter wirtschaftlich? Die Bilanz für das Geschäftsjahr 2018, die seit kurzem einsehbar ist, zeigt unterm Strich einen Gewinn von 1,25 Millionen Euro. Doch das ist nicht das ganze Bild. Denn dieser Bilanzgewinn wurde durch eine Auflösung von Kapitalrücklagen in der Höhe von 3,43 Millionen Euro erreicht. Im Geschäftsjahr 2018 stand beim Ergebnis nach Steuern ein Minus von 2,64 Millionen Euro.

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Nicht-operative Sondereffekte

Die konkrete wirtschaftliche Entwicklung des Unternehmens will Runtastic im Detail nicht veröffentlichen. „Es lässt sich jedoch kommentieren, dass die Pflichtangaben im Firmenbuch die operative Entwicklung nur bedingt wiedergeben können. Runtastic ist unter Berücksichtigung von nicht-operativen Sondereffekten und Effekten zwischen einzelnen Geschäftsjahren operativ weiterhin profitabel“, heißt es seitens Runtastic gegenüber Trending Topics.

„Der Break-Even wurde historisch bereits innerhalb des zweiten Geschäftsjahres erreicht und wir sind froh und stolz, auch am 10. Jahrestag der Unternehmensgründung noch wirtschaftlich unabhängig und sehr erfolgreich zu sein.“

Der Umsatz wachse weiterhin signifikant, insbesondere auf Basis der Premium-Mitgliedschaft. Es seien mehr Mitarbeiter denn je beschäftigt, und man habe weiter große Wachstumspläne. „Fokus steht für uns im Jahr 2019 im Mittelpunkt. Wir haben erkannt, dass wir uns auf jene Apps und Features konzentrieren möchten, die die meisten Menschen nutzen, und diese verbessern möchten, um unsere Mission – „Through sport, we have the power to change lives“ – fortsetzen zu können“, so die Runtastic-Geschäftsführung.

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Fokus auf neue Dinge

„Dafür mussten wir einige schwierige Entscheidungen treffen, wie z.B. Apps mit geringeren Nutzerzahlen aus den App Stores nehmen, sowie das Abschalten von Funktionen unserer Web-Version, die von weniger als 2 Prozent unserer User regelmäßig genutzt wurden.“ So hätten die Teams jetzt mehr Zeit, um neue Dinge zu entwickeln und sich auf innovative Ideen zu konzentrieren.

In welche Richtung diese Neuentwicklungen gehen, wird derzeit nicht verraten. Denkbar ist, dass es nach dem Aus für die ersten Runtastic-Hardware-Geräte wieder in diese Richtung geht. Bei der Übernahme von Runtastic durch Adidas wurde von vernetzten Bällen, Schuhen oder Sportbekleidung gesprochen. Das dürfte weiter interessant sein. Aus Pasching heißt es dazu nur so viel: „Gemeinsam mit Adidas und anderen Partnern sondieren und erforschen wir das Thema ‚Connected Athlete‘.“

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