Kommentar

Rückblick auf den Launch: 7 große und kleine Dinge, die ich vom Start von TrendingTopics.at gelernt habe

Jakob Steinschaden, Projektleiter von TrendingTopics.at. © Lorin Canaj/Montage: TrendigTopics.at
Jakob Steinschaden, Projektleiter von TrendingTopics.at. © Lorin Canaj/Montage: TrendigTopics.at

Wer schon einmal einen Launch eines neuen Start-ups, einer Crowdfunding-Kampagne oder irgendeines anderen Projektes vorbereitet hat, der weiß: Man muss an so viele verschiedene Dinge denken, die man vorher nie auf dem Plan gehabt hätte. Auch der Launch von TrendingTopics.at am vergangenen Montag war nicht anders. Man launcht nicht einfach nur eine Webseite und wartet darauf, dass die User in Strömen dahersurfen und deine Server zum Schwitzen bringen. Nein, man muss an tausende kleine und große Dinge denken, vom richtigen Pressefoto über die About-Seite und die Werbekampagne bis hin zu den Erklär-Texten auf den Social-Media-Auftritten.

Und weil Start-uppen auch bedeutet, seine Erfahrungen mit der Community zu teilen, gibt es hier eine Liste meiner Learnings vom Start von TrendingTopics.at:

1. Content Marketing funktioniert

Eine der besten Entscheidungen für den Launch von TrendingTopics.at war das Advertorial auf der Satire-Seite DieTagespresse.com. Das ist natürlich riskant, weil so etwas auch nach hinten losgehen kann, doch in diesem Fall hat es blendend funktioniert. Ein eher sperriges Thema (Launch einer neuen News-Seite für digitale Themen) unterhaltend und mit Augenzwinkern im richtigen Kanal zu verpacken („10 Minuten nach Start von TrendingTopics.at: Jungjournalist empört, weil er noch keinen Pulitzer-Preis bekommen hat“), diese Strategie ist aufgegangen. Sicher gab es User, die es nicht lustig fanden, aber die ganz große Mehrheit hat positiv darauf reagiert – auch deswegen, weil so etwas noch niemand vorher gemacht hat. Um euch einen Einblick zu geben, was die Werbung auf DieTagespresse.com gebracht hat, hier die größten Traffic-Quellen der ersten Woche:

  1. DieTagespresse.com
  2. direct
  3. Facebook
  4. Twitter
  5. Google

2. Speichere Dein Logo als PNG ab

Wenn Du auf die Verbreitung Deiner Inhalte via Social Media setzt (und wer tut das heute nicht), dann ist Dein Logo der erste und wichtigste Touchpoint für die User. Bevor sie noch Deine Webseite sehen, sehen im News Feed von Facebook oder der Timeline von Twitter Dein Logo, und das sollte dann so optimiert wie nur möglich sein. Mein Fehler: Ich habe das Logo zuerst als JPG bei Facebook und Twitter hochgeladen, und weil die beiden Social Networks Bildmaterial komprimieren, wirkte das Logo pixelig und verwaschen. Das lässt sich einfach und schnell beheben, indem man das Logo als PNG abspeichert und in diesem Format hochlädt – und schon erstrahlt es in der Qualität, in der es der Designer kreiert hat.

3. Check noch einmal alle Links in Deiner Presseaussendung

Wer launcht, wird auch klassische Pressearbeit machen und seine Pressemitteilung an seine wichtigsten Kontakte aussenden. Auch hier liegt der Teufel im Detail: Meine Presseaussendung hatte ich als Word-Dokument fix und fertig, sie dann aber im letzten Moment als PDF exportiert und diese Datei verschickt. Leider habe ich im Stress nicht überprüft, ob die Links in dem PDF auch alle funktionieren – was sie teilweise nicht taten. Der Effekt: Die Empfänger gelangten über die Links nicht zu den Downloads der Pressebilder und auch nicht zu den eigentlich verlinkten Social-Media-Auftritten.

4. Bereite Dich auf Anfragen vor

Wenn Du ein neues Ding launcht, ist das Interesse daran naturgemäß am ersten Tag am größten. Dieser Tag ist klarerweise auch der stressigste, weswegen man dann von plötzlich eingehenden Anfragen überrannt werden könnte. Ich habe dem vorgebeugt, eine sehr ausführliche About-Seite sowie einen Willkommens-Artikel anzulegen, die implizit sehr viele Fragen (z.B. „Wie funktioniert der News Stream?“ „Was macht ihr für Datenschutz?“ „Welche Kooperationen habt ihr?“) beantwortet. Das hat viel abgefedert und sowohl mir als auch den Anfragenden Zeit und Mühe erspart.

5. Rechne mit unpassenden Vergleichen

Wenn Du ein neues Projekt launcht, kennst Du natürlich jeden Aspekt – vom Design bis zur Strategie – in- und auswendig. Alle anderen aber nicht – Innen- und Außensicht sind selten deckungsgleich. Als Journalist weiß man sehr gut, dass man neue Start-ups den Lesern am besten verständlich macht, indem man es mit einem anderem vergleicht – deswegen liest man auch ständig vom „das Uber für XXX“ oder das „Tinder für YYY“. Deswegen rechne auch damit, dass Dich Außenstehende sofort mit etwas anderen vergleichen wollen oder Dein neues Projekt als Angriff auf ein anderes wahrnehmen. Das wirst Du nicht verhindern können, aber Du kannst versuchen, den Vergleichen vorzugreifen. Deswegen habe ich in der Presseaussendung den „News Stream“ auch als „Twitter für die Digital-Branche“ beschrieben.

6. Gib` den Servern viel Kapazität

Egal, für wie klein Du dein neues Projekt auch hältst, am Launch-Tag kann es sehr schnell zu großen Besucherströmen auf Deinen Web-Dienst (ergo Deine Server) kommen. Sicher ist es irgendwie auch cool, wenn man behaupten kann, dass am ersten Tag die Server die vielen Anfragen nicht mehr bewältigen könne, aber eigentlich willst Du den Leuten ja Dein neues Ding und keine Fehlermeldung zeigen. Wir haben unseren Servern für den ersten Tag 200 Prozent Kapazität gegeben, und das hat teilweise leider nicht gereicht.

7. Bereite viele Inhalte für die nächsten Tage vor

Wenn Du launcht, dann musst Du die nächsten Tage Qualität abliefern können, weil die User sehen wollen, was sie künftig so bei Dir bekommen. Deswegen habe ich viele Artikel für die erste Woche vorbereitet (Apple-Watch-Test, Social News Charts, 2 Exklusivmeldungen), die es sonst nirgends in Österreich zu lesen gab – das hat für viele Zugriffe gesorgt und den Lesern ein Verständnis dafür gegeben, in welche Richtung die Webseite gehen wird.

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