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rublys: Wiener Startup mit Rubbellos-App muss Insolvenz anmelden

Rubbellos-App am Smartphone. © Jakob Steinschaden
Rubbellos-App am Smartphone. © Jakob Steinschaden

Nach den schlechten Nachrichten vom letzten Freitag, als das Wiener Startup zoomsquare Insolvenz vermeldete, folgt heute die nächste Meldung gleicher Prägung: Die rublys GmbH, die in einer Smartphone-App digitale Rubbellose als Marketing-Möglichkeit für Unternehmen anbietet, kann ihren laufenden Zahlungsverpflichtungen nicht mehr nachkommen. Vom zuständigen Handelsgericht Wien wurde deswegen ein Konkursverfahren eröffnet. Dem AKV Europa (Alpenländischer Kreditorenverband) zufolge sind vom dem Insolvenzverfahren 32 Gläubiger betroffen. Die Verpflichtungen belaufen sich sich auf insgesamt 118.139 Euro.

Das Startup rublys hat seinen Nutzern eine Smartphone-App angeboten, bei der man in spielerischer Weise an Gewinnspielen teilnehmen konnte. „Die Gesellschafter sowie das gesamte rublys-Team haben bis zum Schluss gekämpft, leider hat sich das Marktumfeld weiterhin als schwierig erwiesen“, sagt Stefan Roggatz, Geschäftsführer von rublys, zu Trending Topics. Nach dem negativen Geschäftsverlauf in 2016 hatten die Gesellschafter Roggatz zunächst als Sanierer und später als Geschäftsführer eingesetzt. „Wir konnten die Rublys umstrukturieren sowie die Kosten massiv und nachhaltig reduzieren. Wir haben die rublys vertrieblich neu aufgestellt, den Markt-Approach angepasst und uns wieder auf den Kern von rublys, der spielerischen Interaktion mit Brands, fokussiert“, so Roggatz weiter.

„Geschäftsmodell nicht stark genug“

Nach vielen Erfolgen nach dem Start – unter anderem holte sich rublys 2014 in der Startup-Show „2 Minuten 2 Millionen“ 650.000 Euro von Investoren – und starker Medienpräsenz wurde es später etwas ruhiger um das Mobile-Marketing-Startup. Die Gründer der Firma stiegen sukzessive aus, Anfang 2017 hatten sich dann die letzten beiden Founder aus dem operativen Geschäft zurückgezogen. Der Turnaround ging sich letztlich nicht mehr aus. „Die Umsätze waren sehr volatil, sehr erfreulichen Sales-Abschlüssen folgten wieder Flauten. Insgesamt hat sich das Geschäftsmodell als nicht stark genug herausgestellt, um am Markt nachhaltig erfolgreich zu sein“, so Roggatz weiter.

Daraufhin hätten sich alle Gesellschafter dazu entschlossen, die Firma nicht mehr weiter zu finanzieren und Insolvenz anzumelden. Einen Sanierungsplan gibt es nicht, die Gesellschaft wird durch den Masseverwalter geschlossen. „Die Assets werden durch den Masseverwalter und meiner Unterstützung verwertet, hier liegen bereits Anfragen von Interessenten vor“, sagt Roggatz. Und: „Die Investoren unterstützen die Mitarbeiter bei der Suche nach einer neuen Anstellung.“

2013 gestartet

rublys wurde 2013 von den damaligen Gründern Michael Rottmann, Camillo Pachmann, Andreas Quast, Manuel Zwittag und René Meszarits ins Leben gerufen. Ziel war, Unternehmen und Marken einen mobilen Kanal zu bieten, über den sie ihre Produkte bewerben konnten. Nutzer können in der App (gratis für iPhone und Android) Gewinnspiele entdecken und daran teilnehmen. Rubbelt man mit dem Finger am Display drei gleiche Symbole eines Produkts frei, gewinnt man es. Mit einem eigenen Punktesystem („Nüsse“, passend zum Maskottchen, ein Eichhörnchen) wird versucht, die Nutzer bei Laune zu halten – sie können die virtuellen Nüsse für bestimmte Aktionen in der App sammeln. Nur wer eine entsprechende Anzahl von Nüssen hat, kann an den Gewinnspielen teilnehmen.

rublys hat seit dem Start 2013 eine Reihe von Investoren an Bord holen können, darunter die Business Angels Michael Altrichter, Johannes Siller, Markus Ertler, Hansi Hansmann, SevenVentures Austria, AC & Friends, startup300 oder R/GA Ventures aus den USA oder die Metro Innovations Holding aus Deutschland.

Hinweis: Hansi Hansmann, Michael Altrichter und startup300 sind Investoren von Trending Topics.

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