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Robinhood gerät ins Visier der SEC – Aktienhandel immer noch teilweise eingeschränkt

Logo der Robinhood-App. © Trending Topics
Logo der Robinhood-App. © Trending Topics

Vor einer Woche hätte man noch meinen können, dass einer der großen Profiteure der #WallStreetBets-Kampagne die Trading-App Robinhood sein würde. Immerhin wurde die App, wie viele andere auch, von Nutzern gestürmt, um bei der Aktienorgie rund um GameStop (GME), AMC und anderen Titeln mitzumachen. Doch das hat sich komplett gedreht. Nachdem Robinhood, offenbar wegen Cashflow-Problemen, den Kauf von Aktien von GME und 49 anderen Titeln stoppte, richtete sich der Zorn der Nutzer gegen die Macher der App selbst.

In den USA haben sich nicht nur mehr als 26.000 Nutzer von Robinhood in einer Sammelklage gegen das Unternehmen aus San Francisco gewandt, weil sie Kleinanleger der Möglichkeit beraubt hätte, „am offenen Markt zu investieren“. Auch Staatsanwälte sind in der Sache aktiv geworden, und die US-Börsenaufsicht SEC wird die Vorkommnisse unter die Lupe nehmen.

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„Das stinkt nach Korruption“

US-Senatorin Elizabeth Warren (Demokraten) hat am Sonntag dazu aufgerufen, dass die SEC untersuchen müsse und dass Robinhood „einige Grundregeln“ einhalten müsse. Ken Paxton, Generalstaatsanwalt im US-Bundesstaat Texas, wurde da schon konkreter, und verlangt von Robinhood und anderen, genaue Details über die Gründe zur Aussetzung des Handels mit den Aktien zu liefern. „Das stinkt nach Korruption“, so Paxton. Denn der Vorwurf steht im Raum, dass sich Robinhood mit Hedge-Fonds abgesprochen hätte, um den Pump der GME-Aktien zu beenden.

Bei Robinhood wiederum heißt es, dass man eine Entscheidung des Risikomanagements in der Firma gewesen wäre und nicht auf Anweisung der Market Maker getroffen worden wäre. Man hätte schlichtweg nicht mehr genug Geld gehabt, um die vielen Aktien-Trades abzuwickeln.

„Dies geschah nicht, weil wir die Leute vom Kauf dieser Aktien abhalten wollten. Wir taten dies, weil der erforderliche Betrag, den wir bei der Clearingstelle hinterlegen mussten, so groß war – wobei einzelne volatile Wertpapiere Hunderte von Millionen Dollar an Hinterlegungsanforderungen ausmachten -, dass wir Maßnahmen ergreifen mussten, um den Kauf dieser volatilen Wertpapiere zu begrenzen, um sicherzustellen, dass wir unsere Anforderungen  erfüllen konnten“, heißt es seitens Robinhood. Das passt insofern ins Bild, weil sich das Unternehmen am Freitag kurzerhand eine Milliarde US-Dollar (!) bei seinen bestehenden Investoren holen musste.

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„Potenzielles Fehlverhalten verfolgen“

Überstanden ist die Angelegenheit keineswegs. Nach wie vor ist der Handel mit den Aktien von GameStop, AMC, BlackBerry, Express, Genius Brands, Koss Naked Brand Group und Nokia eingeschränkt. Robinhood-Nutzer können bis auf weiteres nur eine bestimmte, kleine Anzahl der Aktien zukaufen. Währenddessen steht die GME-Aktie mit fast 70 Prozent im Plus, und imc WallStreetBets-Forum brüsten sich bereits einige mit Screenshots zu ihren Gewinnen. Wenn der Handel am Montag in den USA startet, werden sich die Ereignisse möglicherweise wieder überschlagen.

Die US-Börsenaufsicht hat, ohne den Namen Robinhood in den Mund zu nehmen, bereits angekündigt, sich die Sache genau anzusehen. „Die Kommission wird die Maßnahmen der beaufsichtigten Unternehmen, die Investoren benachteiligen oder ihre Fähigkeit, mit bestimmten Wertpapieren zu handeln, auf andere Weise unangemessen einschränken, genau überprüfen“, heißt es aus der US-Behörde. Man werde sicherstellen, „dass die regulierten Unternehmen ihren Verpflichtungen zum Schutz der Anleger nachkommen und potenzielles Fehlverhalten aufdecken und verfolgen“.

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