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Robinhood: Finanz-App wird jetzt mit 8,3 Milliarden Dollar bewertet

Baiju Bhatt und Vladimir Tenev gründeten Robinhood. © Robinhood
Baiju Bhatt und Vladimir Tenev gründeten Robinhood. © Robinhood

Sie wollen die Finanzwelt demokratisieren und einfach jedem ermöglichen, in Aktien, FTEs oder Edelmetalle zu investieren: Robinhood, 2013 von Baiju Bhatt und Vladimir Tenev gegründet, ist eine App, der auch in Europa immer mehr Unternehmen nacheifern – und die jetzt von Investoren hochoffiziell mit 8,3 Milliarden Dollar bewertet wird. Die Bewertung kommt durch eine Investmentrunde zustande, die frische 280 Millionen Dollar in das Unternehmen spült.

In der Series F tritt Sequoia Capital als Lead-Investor auf, bestehende und neue Investoren inklusive NEA, Ribbit Capital, 9Yards Capital und Unusual Ventures sind bei der Finanzierungsrunde mit dabei. Auch wenn die Investmentsumme geringer ist als jene von 2018 (damals ließen Investoren 363 Millionen Dollar springen), ist es keine Down-Round, vor der sich viele Gründer in der aktuellen Corona-Krise so fürchten. Vor zwei Jahren haben VCs Robinhood noch mit 7,6 Milliarden Dollar bewertet.

Für Apps wie Robinhood gibt es einen neuen hippen Namen: Neobroker. In die Kritik kam die App, weil sie während der Krise an entscheidenden Handelstagen, als die Aktienmärkte Achterbahn fuhren, nicht durchgehend verfügbar war – und Nutzer deswegen nicht verkaufen bzw. kaufen konnten.

Finanzmärkte für die Massen

„Robinhood hat die Finanzmärkte für die Massen zugänglich gemacht und die Jahrzehnte stagnierende Broker-Branche revolutioniert“, sagte Andrew Reed, Partner bei Sequoia. „Wir freuen uns darauf, unsere Beziehung mit Robinhood, die unserer Meinung nach am Anfang ihrer Möglichkeiten steht, weiter auszubauen.“ Seit Jahresanfang sind drei Millionen neue Accounts dazu gekommen – ein deutliches Zeichen dafür, dass immer mehr Menschen es satt haben, ihr Geld auf Sparbücher zu legen, und es stattdessen investieren wollen.

Wie viel genau Robinhood mit seinen Nutzern bereits verdient, ist derzeit unklar – deswegen ist auch nicht öffentlich, ob das Unternehmen bereits profitabel ist. Mit einem Teil der Gelder, die Nutzer über die App investieren, wird die kontroverse Geschäftspraktik „Order Flow“ gemacht, außerdem verdient Robinhood für seine Premium-Dienste, für die Nutzer fünf Dollar pro Monat berappen.

In Europa haben sich unter anderem folgende zwei Unternehmen aufgemacht, um in die Fußstapfen von Robinhood zu treten: Trade Republic aus Deutschland und Bitpanda aus Österreich. Beide Startups haben dieses Jahr wie berichtet ebenfalls Geld von Investoren geholt. Trade Republic holte 62 Millionen, Bitpanda weniger als zehn Millionen Euro bei VCs (Trending Topics berichtete).

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