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Preisverleihung

Robert N. Grass: Österreicher gewinnt Europäischen Erfinderpreis 2021

Wendelin Stark und Robert N. Grass. © EPO

Es ist eine der höchsten Auszeichnungen, die ein europäischer Forscher erhalten kann. Am Donnerstag Abend ist der Vorarlberger Wissenschaftler Robert N. Grass gemeinsam mit seinem Forschnungskollegen Wendelin Stark aus der Schweiz mit dem Europäischen Erfinderpreis 2021 in der Kategorie „Forschung“ ausgezeichnet worden. Der Preis wird vom European Patent Office (EPO) auch in fünf weiteren Kategorien vergeben und wurde im 15. Jahr verliehen.

Grass und Stark jedenfalls sind für ihre Idee und ihre Forschung ausgezeichnet worden, Daten ewig mittels DNA speicherbar zu machen. Das geht so: Digitale Daten werden in synthetische DNA kodiert und in winzige Glaskügelchen geschlossen. Die patentierte Verkapselungstechnologie liefert einen robusten DNA-Barcode und wurde bereits für die Nachverfolgung in Lieferketten eingesetzt. Entwickelt haben die beiden Forscher das Verfahren an der renommierten ETH Zürich.

Die weiteren Auszeichnungen gingen an:

  • Per Gisle Djupesland („Industrie“, Norwegen): Das medizinische Gerät des norwegischen Erfinders nutzt die natürliche Form der Nase und den eigenen Atem des Patienten, um die nasale Medikamentenzufuhr zu verbessern und Linderung bei verschiedenen Erkrankungen zu verschaffen. Die Erfindung half beim Aufbau des Unternehmens Optinose AS, das heute börsennotiert ist und innovative medizinische Lösungen entwickelt – ein frischer Wind für Patienten.
  • Sumita Mitra („Non-EPO countries“, Indien/USA): Diese Forscherin fand heraus, dass Nanocluster in der Zahnmedizin eingesetzt werden können, was zu robusten, langlebigen und ästhetisch ansprechenden Füllungen führt. Ihr Material überwindet viele der Einschränkungen bisheriger Dentalkomposite, die entweder zu schwach waren, um auf Bissflächen verwendet zu werden, oder schnell ihre Politur verloren. Ihre Erfindung wurden bereits bei einer Milliarde Zahnrestaurationen weltweit eingesetzt.
  • Henrik Lindström and Giovanni Fili („KMU“, Schweden): In ihrem Werk in Stockholm produzieren die Erfinder eine Farbstoffsolarzelle mit einem neuen Elektrodenmaterial mit sehr hoher Leitfähigkeit, das in fast jeder Form und Farbe individuell bedruckt werden kann und sogar in Innenräumen Strom erzeugen kann. Dank dieser Vielseitigkeit werden die Zellen in verschiedene Elektronik integriert, um selbstaufladende Geräte zu schaffen.
  • Karl Leo („Lebenswerk“, Deutschland): Der deutsche Physiker entwickelte organische Halbleiter weiter, indem er ihre Leitfähigkeit durch eine Technik namens Dotierung verbesserte und damit eine neue Generation hocheffizienter organischer Leuchtdioden (OLED) einleitete. Seine OLEDs sorgen für eine verbesserte Bildhelligkeit, Farbauflösung und Leistungseffizienz in elektronischen Geräten. Derzeit sind die Hälfte der weltweiten Smartphones und viele Arten von ultraleichten organischen Solarzellen mit seiner Technologie ausgestattet. In seiner über 30-jährigen Karriere hat er außerdem mehrere Unternehmen gegründet.
  • Gordana Vunjak-Novakovic („Sieger Online-Voting“, Serbien/USA): Der Popular Prize, der durch eine öffentliche Online-Abstimmung an einen der 15 Finalisten vergeben wurde, ging in diesem Jahr an Gordana Vunjak-Novakovic für ihre Fortschritte im Tissue Engineering.  Mit dem Popular Prize soll der Erfinder oder das Erfinderteam geehrt werden, der/das die Öffentlichkeit mit seiner Kreativität und Genialität inspiriert und beeindruckt hat. Bei der diesjährigen Verleihung erhielt wurden rund 27.000 Stimmen für die 15 Finalisten abgegeben.

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