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Revolut: Verluste weiteten sich 2019 auf 120 Mio. Euro aus

© Revolut
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Wachstum kostet viel Geld – vor allem dann, wenn das Basisprodukt kostenlos angeboten wird, um möglichst viele Nutzer zu gewinnen. Das zeigen nun auch die Zahlen der britischen Challenger-Bank Revolut für das Geschäftsjahr 2019. Hat das Unternehmen im Geschäftsjahr 2018 umgerechnet 37 Millionen Euro Verlust vor Steuern gemacht, haben sich diese dann 2019 auf mittlerweile 119,4 Millionen Euro ausgeweitet – also verdreifacht.

Zwar konnte Revolut beim Umsatz und bei den Nutzerzahlen (mittlerweile mehr als 10 Millionen) 2019 stark zulegen, doch das Wachstum hat seinen Preis. Damit ist Revolut nicht alleine. Auch die beiden anderen britischen Challenger-Banken Monzo und Starling Bank schrieben rote Zahlen – Monzo mit einem Minus fast 130 Millionen Euro, Starling mit einem Minus von etwa 60 Millionen Euro.

Damit wird auch deutlich, dass die Finanzierungsrunde für Revolut Anfang des Jahres, die eine Bewertung des Unternehmens von 5,5 Milliarden Dollar brachte, dringend notwendig war. Investoren schossen wie berichtet 500 Millionen Dollar in die Firma, die im März mitten in der Corona-Krise die lange geplante US-Expansion startete.

Interbankenentgelt bringt meisten Umsatz

Umsatz macht Revolut mittlerweile auf mehreren Wegen. Wichtigster Umsatzbringer ist das Interbanken-Entgelt: Jedes Mal, wenn ein Nutzer mit der Revolut-Karte in einem Shop bezahlt, erhält das Fintech etwa 0,2 Prozent der Kaufsumme. 60 Prozent des Umsatzes stammen von dort. Zusätzlich kann Revolut auch Geld mit den kostenpflichtigen Accounts verdienen, außerdem können Nutzer in der App Kryptowährungen oder Aktien kaufen.

Im Heimatmarkt Großbritannien gab es neben einiger Management-Wechsel zuletzt auch frohe Botschaft. Denn die US-Trading-App Robinhood stoppte ihren geplanten Marktstart in UK und will sich vorerst auf den Heimatmarkt USA fokussieren. Bei Robinhood können Nutzer ebenfalls in Aktien, ETFs oder Kryptowährungen investieren – damit wäre sie Revolut in Teilbereichen des Geschäfts in die Quere gekommen.

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