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Revolut: Banking-App steuert auf 8 Mio. Nutzer und Finanzierungsrunde zu

Nikolay Storonsky, cofounder of Revolut. © Revolut
Nikolay Storonsky, cofounder of Revolut. © Revolut

Wie viel verdient eine Challenger-Bank, und womit genau? Im Jahresbericht der britischen Neobank Revolut sind diesbezüglich einige spannende Details zu finden. So hat das 2015 gestartete Unternehmen im Geschäftsjahr 2018 umgerechnet 37 Millionen Euro Verlust (vor Steuern) gemacht. Das ist mehr als eine Verdopplung gegenüber 2017, also das Unternehmen noch 16,9 Millionen Euro Minus machte. Ausgleichen kann Revolut diese Verluste natürlich mit den Geldern der Investoren – bisher hat das Banking-Startup mehr als 300 Millionen Euro Risikokapital aufgenommen.

Den steigenden Verlusten, die vor allem auf den massiven Ausbau der Mitarbeiterzahl auf mehr als 1.500 zurückgehen, stehen aber auch steigende Einnahmen gegenüber. 2018 machte Revolut umgerechnet 65 Millionen Euro Umsatz. Das ist mehr als das vierfache jener rund 15 Millionen Euro, die das Startup 2017 umsetzte. Dieses Jahr, also 2019, will die Firma die Umsätze wieder verdreifachen.

Interchange Fee als Umsatztreiber

Spannend ist zudem, mit was Revolut eigentlich sein Geld macht. Sicher gibt es die Premium-Versionen seiner Karten und Apps, doch der Großteil seiner Umsätze kommen anderswo her: den so genannten Interchange Fees (Interbankenentgelte). Diese entstehen jedes Mal beim Händler, wenn ein Nutzer seine Karte in einem Geschäft für eine Zahlung benutzt. Der Händler berappt dann einen kleinen Prozentsatz des Kaufpreises (ca. 0,2 Prozent) an den Ausgeber der Karte, in diesem Fall also Revolut. 46 der 65 Millionen Euro Umsatz im Jahr 2018 stammt aus diesem Geschäft.

Wie viel Nutzer sich Premium-Accounts leisten, wird nicht genau ausgewiesen. Jedenfalls waren es 2018 fast 19 Millionen Euro, die Revolut mit den Premium-Konten verdiente.

Rund 500 Mio. Euro Investment geplant

Spannend ist auch der Blick in die Nutzerschaft von Revolut. Dem Jahresbericht zufolge soll die Banking-App bald 8 Millionen Nutzer zählen. Zum Vergleich: N26 hat Mitte des Jahres die Marke von 3,5 Millionen überschritten. Von diesen 8 Millionen sind allerdings „nur“ 1,1 Millionen täglich aktiv, zahlen also regelmäßig mit der Karte bzw. der App. Somit ist viel Luft nach oben: Mehr als 6 Millionen Nutzer verwenden die Revolut-Karte noch nicht regelmäßig.

Das Wachstum der App soll beschleunigt werden. Noch dieses Jahr wollen die Gründer von Revolut, Vlad Yatsenko und Nikolay Storonsky, noch eine satte Investmentrunde in der Größenordnung von 500 Millionen Euro machen. Damit wird in der Branche spätestens seit der Investmentrunde von N26 gerechnet – das Berliner Fintech hatte im Juli diesen Jahres 170 Millionen Dollar bei einer Bewertung von 3,5 Milliarden Dollar aufgenommen. Und da sich die beiden Firmen durchaus ein kostenintensives Rennen um Märkte in Europa oder Nordamerika liefern, muss Revolut nachlegen.

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