Channel

Ecosystem

„Mindful Mission“

ReGreen: Wiener Startup hilft dabei, den eigenen CO2-Fußabdruck zu schmälern

Christoph Rebernig und Karim Abdel-Baky haben Mindful Mission gegründet. © ReGreen GmbH
Christoph Rebernig und Karim Abdel-Baky haben Mindful Mission gegründet. © ReGreen GmbH

Wenn es um die Klimakrise geht, will Karim Abdel-Baky nichts schön reden: „Wir müssen darauf hinweisen, dass es schon sehr dringend ist, zu handeln“, sagt der 23-Jährige. Gemeinsam mit seinem ehemaligen Schulkollegen Christoph Rebernig hat er deshalb ein Unternehmen gegründet, das Menschen und Unternehmen vor Augen führt, wieviel CO2 sie verursachen und dabei hilft, das zu ändern.

Die beiden waren gerade einmal 18 Jahre als, als sie ihre Firma ReGreen gründeten, die hinter „Mindful Mission“ steht, und haben mittlerweile bekannte Kunden wie BNP Paribas, Mitsubishi, All I Need, ReBuy oder Makava. Seit kurzem hilft das Startup auch Privatpersonen dabei, ihren CO2-Rucksack zu berechnen und dann auszugleichen – mit Tipps zur Reduktion und einem Investment in handverlesene klimapositive Projekte.

0,7 Tonnen CO2 – fast unerreichbar

Etwa neun Tonnen CO2 verursache ein durchschnittlicher Österreicher pro Jahr, erklärt Abdel-Baky. Der Fußabdruck schmilzt, wenn man auf eine rein pflanzliche Ernährung umsteigt oder sich gegen Auto und Flugzeug entscheidet. Doch auch die radikalste Verhaltensänderung würde den CO2-Fußabdruck laut dem Jungunternehmer nur auf rund 3,2 Tonnen CO2 pro Jahr schmelzen lassen. „Wenn wir die Klimaziele erreichen wollen, dürfen es aber nur 0,7 Tonnen CO2 sein“.

Handverlesene Projekte für das „Offsetting“

Um das zu erreichen führt nach Ansicht der Gründer kein Weg daran vorbei, Geld in klimapositive Projekte zu stecken – also solche Initiativen zu unterstützen, die dafür sorgen, dass CO2 aus der Atmosphäre entfernt wird. Je nach CO2-Bilanz sollen Nutzer von Mindful Mission zwischen etwa 7 und 13 Euro monatlich bezahlen, um das zu erreichen.

Die fließen, abzüglich einer kleinen Gebühr, die das Jungunternehmen einbehält, in einem Mix aus drei verschiedenen Initiativen: „Diese Projekte kennen wir persönlich und haben uns teilweise direkt daran beteiligt“, erklärt Abdel-Baky die Auswahl. Derzeit werden die Aufforstung des Regenwaldes in Peru, erneuerbare Energie in Indien und sauberes Trinkwasser in Bangladesch unterstützt.

Wissenschaftliche Berechnung des CO2-Abdrucks

Wieviel Geld man dort investieren soll, hängt davon ab, wie hoch der CO2-Ausstoß ist, den man verursacht. Um das möglichst genau zu berechnen, setzt das Jungunternehmen auf wissenschaftliche Quellen. Diese vertrauenswürdige Datengrundlage sei auch die größte Herausforderung, sagt Abdel-Baky.

Das Startup hat einen Wissenschaftler ein Berechnungsmodell erarbeiten lassen, das auf CO2-Durchschnittswerte für bestimmte Faktoren setzt. Diese relevanten Faktoren fragt Mindful Mission auf der Plattform in 30 Fragen zu Mobilität, Ernährung, Konsum oder Energieverbrauch ab. Dabei werde auch berücksichtigt, wenn ein Nutzer zum Beispiel Flugreisen bereits kompensiert.

Besonders stolz ist das junge Team darauf, dass die Software individuelle Tipps gibt, wie der CO2-Rucksack durch Verhaltensänderungen verkleinert werden kann. Es sei eben besonders wichtig zu reduzieren und nur nicht vermeidbares CO2 zu kompensieren, meint Abdel-Baky.

Hinweis: Dieser Artikel erschien zuerst bei Tech & Nature.

+++Solar Foods: 15 Mio. Euro für das Startup, das Nahrung aus CO2 herstellt+++

Springe zu:

Ganzen Artikel lesen
Corona-Krise