Integration

RefugeesWork.at: Wiener Start-up will 500 Jobs an Flüchtlinge vermitteln – und verdient dabei sogar Geld

Das Gründer-Team: Jacob Wagner, Dominik Beron und Christoph Hauer. © RefugeesWork.at
Das Gründer-Team: Jacob Wagner, Dominik Beron und Christoph Hauer. © RefugeesWork.at

Die Flüchtlingskrise hat in Österreich nicht nur für viel Antipathie in Social Media (TrendingTopics.at berichtete) gesorgt, sondern auch eine ganze Reihe an Jungunternehmern und Hilfsbereiten dazu inspiriert, mit Apps und Online-Plattformen den geflüchteten Menschen Unterstützung anzubieten (TrendingTopics.at berichtete ebenfalls). So auch das Web-Portal RefugeesWork.at: Von den Gründern Jacob Wagner, Dominik Beron und Christoph Hauer ins Leben gerufen, dient die Webseite als Vermittler zwischen Asylwerbern bzw. Asylberechtigten und österreichischen Unternehmen, die diesen ein Volontariat bzw. eine Arbeitsstelle bieten können.

„Wir haben das Ziel, in den ersten zwölf Monaten etwa 500 Jobs an Flüchtlinge zu vermitteln“, sagt Mitgründer Beron zu TrendingTopics.at. Seit dem Soft-Launch vor zwei Wochen hätten sich bereits etwa 1000 Asylwerber bzw. Asylberechtigte sowie rund 130 Arbeitgeber (neben Firmen auch NGOs und Gemeinden) registriert, die in etwa drei Wochen über einen Matching-Algorithmus zueinander finden sollen. Von KMU bis große Konzerne hätte sich eine ganze Bandbreite, verteilt über verschiedenste Branchen, mit speziellen Jobinseraten angemeldet. Zur Unterscheidung: Während Asylberechtigte in Österreich uneingeschränkten Arbeitsmarktzugang haben, dürfen Asylwerber pro Jahr maximal drei Monate Volontariate ausschließlich zu Ausbildungszwecken ohne Entgelte (es darf weder ein Gehalt ausgezahlt werden und darf auch keine anderen Formen der Entlohnung) annehmen. Mehr Informationen zur Rechtslage finden sich hier.

Gemeinnützig mit Geschäftsmodell

Für die Flüchtlinge ist RefugeesWork.at, das beim Anmeldeprozess neben Englisch auch in den Sprachen Farsi und Arabisch hilft, komplett kostenlos. Die Firmen, die die Jobs anbieten, zahlen (wie bei Jobinseraten im Netz üblich) ab einer bestimmten Größe eine Jahresmitgliedschaft. Für kleine Firmen mit bis zu 15 Mitarbeitern ist die Plattform gratis nutzbar, bei einer Größe von 16 bis 50 Mitarbeitern sind 500 Euro/Jahr fällig, für Unternehmen jenseits der 50 Mitarbeiter werden eine Tarifpakete geschnürt.

Mit den Einnahmen bezahlt das vierköpfige Team in erster Linie die eigenen Gehälter. „Falls wir Profit machen, werden wir ihn in die Plattform und unsere Workshops reinvestieren oder das Geld sozialen Projekten zur Verfügung stellen“, so Beron. Damit möglichst viele Flüchtlinge von der Plattform Wind bekommen, kooperiert das in Gründung befindliche Start-up (zuerst als Verein gestartet, bald eine GmbH) mit NGOs im Asylbereich, die betroffene Personen auf das Angebot aufmerksam machen.

Hilfreiche Informationen für beide Seiten

Dass die Plattform nur in Deutsch und Englisch verfügbar ist (mit den sprachlichen Zusatztexten beim Anmeldeprozess), hat eigentlich technische Gründe, sei aber auch sonst sinnvoll. „Ein gewisses Level an Deutsch- oder Englischkenntnissen ist in Österreich einfach notwendig, um am Arbeitsmarkt Fuß fassen zu können“, sagt Beron.

Den Firmen, die Jobinserate auf RefugeesWork.at einstellen und dafür zahlen, werden mit Informationsmaterial unterstützt – rechtliche Informationen sind genauso auf der Plattform zu holen wie notwendige Formulare oder Muster für Dienstzeugnisse. Das soll die Jobvergabe möglichst vereinfachen. Dass RefugeesWork.at auch Volontariatsstellen für Asylwerber sammelt, ist übrigens eine gute Ergänzung zum AMS – denn dieses darf nur Arbeitsplätze für jene Flüchtlinge vermitteln, die bereits asyl- bzw. schutzberechtigt sind.

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