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WallStreetBets: Durchhalteparolen im Kampf gegen die Hedge-Fonds

© r/wallstreetbets
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Die GameStop-Aktie mag im Fallen sein, doch sie geben nicht auf: Die lose Bewegung rund um #WallStreetBets ruft ihre Sympathisanten derzeit dazu auf, GME-Aktien nicht abzustossen, sondern weiter zu halten. GME ist nach einem Höhepunkt am 27. Jänner bei fast 350 Dollar wieder deutlich eingebrochen und wurde am Montag bei immerhin noch 225 Dollar gehandelt. Das ist immer noch sehr viel: Zu Jahresbeginn lag die Aktie des angeschlagenen Computerspiele-Händlers bei 17 Dollar.

Man dürfe jetzt nicht schwach werden und sich nicht ablenken lassen, so die Parolen in dem Reddit-Forum. Nutzer posten vermehrt Memes und Bilder, die zum Halten der GME-Aktien aufrufen. Einige wollen sogar Billboard-Werbung gekauft haben, um öffentlich zum Halten der GME-Papiere aufzurufen (siehe Bild).

Shortseller verlieren 20 Milliarden Dollar

Betont werden die bisherigen Erfolge: Melvin Capital, einer der großen Gegner der #WallStreetBets-Community, hat die Aktien bisher Berichten zufolge satte 4,5 Milliarden Dollar gekostet. Insgesamt, das will der Finanzdatenanbieter S3 Partners aus Broker-Daten berechnet haben, haben Shortseller, die auf eine fallende GME-Aktie mit Leerverkäufen wetteten, bisher satte 19,75 Milliarden Dollar Verlust eingefahren.

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Derweil weisen immer mehr Anhänger der Bewegung auch darauf hin, dass der Run auf Silber eine Finte gewesen sein könnte – vielleicht sogar lanciert von den bösen Hedge-Fonds selbst, die selbst in Silber investiert sind un nun das Momentum nutzen wollen, um den Preis des Edelmetalls zu treiben. Klar ist natürlich, dass der Silbermarkt (ca. 1,6 Billionen Dollar) ungleich größer ist als die Marktkapitalisierung eines Unternehmens (GME liegt derzeit bei einem Market Cap von ca. 16 Mrd. Dollar) – es bräuchte viel viel mehr Geld, um den Preis von Silber zu beeinflussen.

Zudem dürften Hedge-Fonds selbst auf steigende Silberpreise wetten, insofern würde man dem Gegner so in die Hände spielen: Nichtsdestotrotz sind auf Reddit zahlreiche Postings zum #silversqueeze zu finden. Auch dafür findet sich schnell eine angebliche Erklärung: So soll WallStreetBets von Vertretern der Hedge-Fonds infiltriert worden sein, die dort ihre Messages verbreiten. Ein Verwirrspiel par excellence also.

Robinhood soll im US-Kongress aussagen

Auch die AMC-Aktie oder die Werte von Nokia und BlackBerry haben von ihren Hochwerten rund um dem 27. Jänner wieder deutlich verloren. Schuld daran gegeben wird Online-Brokern wie Robinhood, die die Kaufoptionen der Aktien teilweise ausgesetzt haben – ihrer Erklärung nahc aus regulatorischen Gründen und nicht auf Zuruf der Hedge-Fonds. Auch das hat in den USA für Unruhe gesorgt – neben hochrangigen Politikern beider Großparteien hat auch Tesla-Chef Elon Musk (bekannterweise ein Gegner der Shortseller) sich für die Aufklärung der Trading-Stopps gegenüber Robinhood-CEO Vlad Tenev ausgesprochen. Die US-Börsenaufsicht SEC hat eine Überprüfung der Vorfälle angekündigt. Und Tenev soll offenbar am 18. Februar vor dem House Financial Services Committee des US-Repräsentantenhauses aussagen müssen, berichtet Politico.

Die Geschichte rund um #WallStreetBets hat jedenfalls bereits Hollywood inspiriert. Drehbuchautor Ben Mezrich, der schon die Grundlage für den Facebook-Film „The Accidental Billionaires“ lieferte, soll bereits an „The Antisocial Network“ und der Geschichte der Reddit-Rebellen arbeiten.

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