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RBI Coin: Raiffeisen und Fintech Billon entwickeln Token-Plattform für Währungen

Billon-CEO Andrzej Horoszczak. © Billon Group
Billon-CEO Andrzej Horoszczak. © Billon Group

Der Startup-Accelerator der Raiffeisen Bank International (RBI) trägt neue Früchte: Denn im Rahmen des Elevator Lab ist eine Kooperation zwischen der österreichischen Bank und dem polnisch-britischen Fintech Billon entstanden, die nichts weniger als die Digitalisierung von nationalen Währungen zum Ziel hat. Dabei soll die Distributed-Ledger-Technologie von Billon als Basis dienen. Während dem Accelerator-Programm wurde der Proof of Concept (PoC) gemacht, nun wird die Pilotphase angegangen.

Das Pilotprojekt für die Tokenization-Plattform, die vorerst auf den Namen „RBI Coin“ getauft wurde, soll nun bis Ende des Jahres durchgeführt werden. Dabei geht es etwa darum, tokenisiertes Geld in Echtzeit transferieren zu können, was etwa internationale Überweisungen schneller machen könnte. Die RBI ist mit 47.000 Mitarbeitern und 16,7 Millionen Kunden eine der größten Bankengruppen im CEE-Raum. „Mit dem System können E-Geld-Transaktionen mit zusätzlichen Dokumenten oder Daten, wie Rechnungen und Bestätigung der Geldquelle, ergänzt werden, um volle Transparenz und einen Prüfpfad zu gewährleisten“, heißt es in einer gemeinsamen Aussendung.

Enge Kooperation mit Fintechs

In der Pilotphase sollen ausgewählte Unternehmen und Institutionen, die Kunden der RBI sind, die Token-Plattfrom ausprobieren können. „Billon ist ein großartiges Beispiel für ein Fintech, das es versteht, die Blockchain so anzupassen, dass sie den Bedürfnissen der Banken und ihrer Kunden gerecht wird“, sagt Stefan Andjelic, Blockchain Hub Lead bei der (RBI). „Insbesondere während der COVID-19-Krise müssen Banken mit Fintechs zusammenarbeiten, um schneller innovativ zu sein und den Kunden bei der Zahlungsverarbeitung und den Liquiditätsbedürfnissen zu helfen.“

Billon ist eines von sechs Startups, das in der dritten Runde des Accelerator-Programms in eine engere Zusammenarbeit mit der RBI ging (Trending Topics berichtete). Die Firma mit Büros in Warschau und London rund um CEO Andrzej Horoszczak hat sich seit der Gründung 2015 auf Distributed-Ledger-Technologie (DLT) spezialisiert. Ziel ist, Payments und Identitäts-Management unter einen Hut zu bekommen, und zwar innerhalb bestehender Regulierungen – und nicht etwa an Regeln vorbei, was vielen anderen Blockchain-Projekten schon zum Verhängnis wurde.

Stablecoins im Trend

Dass Banken selbst an Blockchain-basierten Coins und Token arbeiten, ist nicht ungewöhnlich. So hat etwa JP Morgan Anfang 2019 verkündet, am hauseigenen JPM Coin zu arbeiten. Dieser soll ein digitaler Stellvertreter für den US-Dollar sein und Überweisungen schneller und günstiger machen (mehr dazu hier). Solche Stablecoins werden immer populärer, wenn man sich etwa auch den Zuwachs bei Tether ansieht (Trending Topics berichtete). Die Umsetzung von Stablecoins kann aber auch schwierig werden, wie das Beispiel des Libra-Projekts unter der Führung von Facebook zeigt.

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