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Private Equity Fonds sind in Österreich ein Tropfen auf dem heißen Stein

© Jordan McDonald on Unsplash
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Es sind satte 192,6 Milliarden Euro, die in österreichischen Fonds verwaltet werden. Mit Stand Ende September, so geht es aus dem Quartalsbericht der Finanzmarktaufsicht zu Asset Management im Land hervor, ist das einer der höchsten Werte, die jemals verzeichnet wurden. Ende 2019 waren es noch 195 Milliarden Euro, doch Kurswertverluste aber auch Nettomittelabflüsse aufgrund der aktuellen COVID-19-Pandemie im ersten Quartal haben für eine leichte Senkung des Wertes geführt.

600 Mio. Euro

Von diesen 192,6 Milliarden Euro sind es aber lediglich 600 Millionen Euro, die in Private Equity Fonds liegen – also gerade einmal 0,3 Prozent. Viel viel mehr Geld liegt in Rentenfonds, Mischfonds oder Immobilienfonds, die das Gros der fast 200 Milliarden Euro ausmachen. Private Equity – also Geld, das in Firmen investiert werden kann – ist in Österreich ein verschwindend kleiner Anteil. Gerade einmal 30 Private Equity Fonds gibt es laut FMA hierzulande. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, also das Q3 2019, ist kein Wachstum zu verzeichnen – auch im Vorjahr waren es etwa 600 Millionen Euro, die die FMA dem Bereich der PE-Fonds zurechnete.

Wie klein die Fonds für privates Beteiligungskapital im Vergleich sind, zeigen folgende Grafiken. Die PE-Fonds sind in Geld verzeichnet – fast nicht zu erkennen:

Quartalsbericht Asset Management Q3 2020. © FMA
Quartalsbericht Asset Management Q3 2020. © FMA
Quartalsbericht Asset Management Q3 2020. © FMA
Quartalsbericht Asset Management Q3 2020. © FMA

Im Zuge der Corona-Krise ist das Thema Eigenkapital ein Großes geworden. Eigenkapital bedeutet, dass Unternehmen ein Investment bekommen, und dadurch Geld ins Unternehmen fließt, anstatt einen Kredit (= Fremdkapital) bei einer Bank nehmen oder auf staatliche Zuschüsse (in der Regel nicht rückzahlbar) hoffen zu müssen. Der Markt für Eigenkapital in Österreich gilt, und das sieht man auch an den aktuellen Zahlen der FMA, als sehr unterentwickelt.

Diesen Sommer hat Wirtschafts- und Digitalministerin Margarete Schramböck bereits einen eigenen Private-Equity-Fonds zur Stärkung des Eigenkapitals angekündigt, für den rund 500 Millionen Euro zur Verfügung gestellt werden sollen. Das würde auf einen Schlag fast die Verdoppelung des Fondsvermögens von Private-Equity-Fonds in Österreich bedeuten. Ob der ambitioniert Plan, den Fonds noch 2020 starten zu können, aufgeht, ist aber eher unwahrscheinlich.

Nachhaltigkeits-Fonds boomen

Währenddessen lässt sich auch festhalten: Nachhaltige Investmentfonds boomen im Krisenjahr 2020. Bereits im ersten Halbjahr 2020 stieg das Vermögen in solchen Fonds um 18,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, berichtet Tech & Nature. Im vergangenen Quartal lag das verwaltete Vermögen in Nachhaltigkeitsfonds mit 13,5 Milliarden Euro um mehr 28 Prozent oder 3 Milliarden Euro über dem Niveau des Vergleichsquartals 2019.

Geldanlage: Nachhaltige Investmentfonds boomen im Krisenjahr

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