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Coinfinity: Grazer Startup will Bitcoin-Zahlungen überall möglich machen

Coinfinity-Gründer Max Tertinegg (r.) mit dem ersten Bitcoin-Automaten Österreichs. © Confinity
Coinfinity-Gründer Max Tertinegg (r.) mit dem ersten Bitcoin-Automaten Österreichs. © Confinity

Das Grazer Startup Coinfinity weiß, wie man die Aufmerksamkeit auf sich zieht. „Der Tsunami der Blockchain-Revolution steht noch bevor“, sagte Geschäftsführer Max Tertinegg kürzlich der APA in einem Interview. Weiter: „In fünf bis zehn Jahren wird eine Weltreservewährung auf Blockchain-Basis entstehen.“ Das saß. Dutzende Medien brachten die Meldung. Der bis dato letzte Schritt einer klugen Marketing-Strategie.

Bitcoin-Automaten und Wertkarten

Mitte 2014 stellte Coinfinity den ersten Bitcoin-Automaten Österreichs im eigenen Büro auf. Ein Jahr später bestückte das Grazer Startup die ersten Trafiken mit den Bitcoin-Wertkarten. Mittlerweile sind die Karten à 25, 50 und 100 Euro in über 3.000 der kleinen Läden zu bekommen. Der Umsatz kam damals hauptsächlich über die Gebühren auf die Transaktionen. Diese liegen beim Kauf über die Website via SEPA-Überweisung bei einem Prozent, kombiniert mit dem aktuellen Basispreis der digitalen Währung.

„Beim Online-Verkauf wagen wir zu behaupten, die günstigsten Anbieter in Österreich zu sein“, sagt Tertinegg. Die Gebühren an den Bitcoin-Automaten liegen bei vier bis fünf Prozent, für die Wertkarten bei acht Prozent.

Private Banking für digitale Vermögenswerte

Das Betätigungsfeld von Coinfinity erweiterte sich in den vergangenen Jahren systematisch. Zuerst wurden Anlagevorstellungen individuell bearbeitet. „Wir haben viele Kunden, die von uns ein maßgeschneidertes Portfolio von verschiedensten digitalen Vermögenswerten bekommen, darunter ICN, ZEC oder DASH. Generell gehen wir sehr auf Einzelwünsche ein und sehen uns als die Anlaufstelle für Private Banking im Bereich der digitalen Assets.“ Zu dem Privatkundengeschäft gesellte sich in der letzten Zeit auch Beratungen für Firmen. Das Startup erarbeitete sich den Ruf eines Kompetenzzentrums für Bitcoin und Blockchain-Technologie.

Coinfinity: Bankhäuser und Energiewirtschaft als Kunden

Zuerst begann die Finanzindustrie das Thema der Kryptowährungen für sich zu entdecken. Bankhäuser kamen auf Coinfinity zu und suchten nach neuen Wegen für die Weiterentwicklung ihrer Produkte. Wenig später zählten die Nationalbank und andere Institute zu den Kunden von Coinfinity.

Für den Energieanbieter switch, der seinerseits seit der Markteinführung 2001 regelmäßig mit markigem Marketing auf Kundenfang ging, bereitete Coinfinity die Zahlungsmöglichkeit der Stromrechnung mit Bitcoin für Endkunden an, der Anfang Juli 2017 on air ging. Der Energiesektor, für den die Blockchain-Technologie zahlreiche Anwendungsfelder bietet, forscht intensiv nach Möglichkeiten, dezentrale Lösungen für die Kunden anzubieten – sei es für Zahlungsvorgänge oder für Energieliefersysteme.

Gewachsene Konkurrenz als Stärkung des Ökosystems

Neben switch, das ein Tochterunternehmen der EnergieAllianzAustria ist, engagiert sich auch Wien Energie in einem internationalen Konsortium, das dem Gashandel durch die Blockchain neue Impulse liefern soll. Coinfinity unterstützt auch Onlineshops bei der Einführung von Bitcoin-Lösungen. „Wir bieten selbst eine Zahlungssoftware an oder verweisen in der Beratung auf Plugins und Lösungen von externen Zahlungsdienstleistern“, so Tertinegg.

Die gewachsene Konkurrenz durch Bitpanda, Cointed (hier unser Bericht) und internationale Tauschbörsen begrüßt Tertinegg grundsätzlich: „Generell profitieren derzeit alle Anbieter in gewisser Hinsicht von den Produkten der anderen. Alles, was digitale Währungen stärkt, hilft dem ganzen Ökosystem. Wir begrüßen die Vielfalt am Markt.“

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