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Privacy Not Included: Mozilla hilft bei der Suche nach sicheren Tech-Produkten

© Mozilla
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Sehr beliebt als Geschenk zu Weihnachten ist seit Jahren jegliche Elektronik – vom E-Book-Reader über Fitnesstracker bis hin zu Smart Home-Gadgets. Unklar ist in vielen Fällen dabei, wie sicher die smarten Produkte sind – schließlich geht es dabei um Datenschutz und Privatsphäre. Mozilla, die Organisation hinter dem Firefox-Browser, hilft bei der Auswahl des „richtigen“ Produkts: Bei „Privacy Not Included“ lassen sich Tech-Gadgets nach Sicherheitsaspekten filtern.

„Privacy Not Included“ seit 2017

„Unser Ziel ist es, Ihnen dabei zu helfen, intelligente und sichere Produkte zu kaufen, die mit dem Internet verbunden sind“, heißt es von Mozilla. „Privacy Not Included“ gibt es seit 2017 und soll als eine Art Leitfaden über den Datenschutz und die Sicherheit – und natürlich für den Kauf – von Geräten mit Internetverbindung fungieren. Mittlerweile sollen auch Unternehmen auf die Expertise der Organisation vertrauen, die Plattform richtet sich natürlich aber auch an private Käufer.

Ashley Boyd, Vizepräsidentin Advocacy & Engagement bei Mozilla, erklärt den hintergründigen Gedanken: „Feiertagsgeschenke werden von Jahr zu Jahr ‚intelligenter‘: von Uhren, die immer mehr Gesundheitsdaten sammeln, über Drohnen mit GPS bis hin zu Hausüberwachungskameras, die mit der Wolke verbunden sind. Leider werden diese Geschenke oft auch immer gruseliger. Schlechte Sicherheitsstandards und Datenschutzpraktiken können bedeuten, dass das verbundene Geschenk keine Freude, sondern eher neugierige Augen und Sicherheitslücken bringt“. Boyd fährt fort: „Privacy Not Included hilft Verbrauchern, beim Einkaufen dem Datenschutz und der Sicherheit Vorrang einzuräumen. Der Leitfaden hält auch die Unternehmen auf Trab, indem er Datenschutzprobleme herausstellt und Datenschutzfunktionen lobt“.

Bewertung für jedes Produkt

Die Webseite funktioniert dabei recht einfach: Auf einer Übersichtsseite sind über einhundert Produkte gelistet, die von Mozilla als sicher oder unsicher bewertet werden. Dafür habe man sich „einige strenge Standards“ gesetzt: „Wir berücksichtigen bei unserer Entscheidung, diese Warnhinweise zu vergeben, auch, ob ein Produkt Ihre Daten teilt oder verkauft, ob Sie Ihre Daten nicht löschen dürfen oder ob das Unternehmen eine schlechte Erfolgsbilanz beim Schutz der Daten seiner Benutzer hat.“ Ein Beispiel: Der Dyson Pure Cool ist beispielsweise mit einem gelben Warnzeichen versehen. Die Begründung: „Dyson gibt in begrenztem Umfang persönliche Daten zu Marketingzwecken an Social-Media-Plattformen und Datenanbieter und Analysefirmen weiter“. Angeführt wird außerdem, welche Daten das Gerät oder ob die App  sammeln, ob sich die Daten löschen lassen oder ob sich das Produkt auch offline nutzen lässt.

„Creep-O-Meter“ zur Einschätzung

Zudem wird erklärt, was im schlimmsten Fall passieren könnte. Im Falle von Dyson heißt es: „Wahrscheinlich wird mit diesem intelligenten Luftreiniger nicht viel schief gehen, hoffen wir. Aber wir können es nicht mit Sicherheit sagen. Dyson sagt zwar, dass sie in begrenztem Umfang persönliche Daten mit Social-Media-Plattformen und externen Datenanbietern und Analysefirmen zu Marketingzwecken austauschen dürfen, was uns aber nicht allzu sehr beunruhigt.“ Jeder Eintrag ist außerdem mit einem „Creep-O-Meter“ versehen. Damit können auch Nutzerinnen und Nutzer angeben, wie „creepy“ sie das jeweilige Produkt finden. Mozilla erklärt dazu: „Wir möchten, dass auch die Benutzer dieses Leitfadens ihre Meinung äußern können. Es ist wichtig, dass Unternehmen und andere Verbraucher sehen können, welche Produkte die Leute für sicher halten und welche Produkte sie als etwas unheimlich empfinden. Deshalb haben wir unser Creep-O-Meter entwickelt – eine Bewertung der Benutzer zu jedem Produkt, damit die Leute ihre Meinung dazu abgeben können.“

Sicher und nicht sicher

Ein anderes Beispiel: Die Ring Video Doorbell schafft es tatsächlich, in allen Datenschutz-Optionen negativ abzuschneiden, so gut wie alles an der Kamera könnte die Nutzer also ausspionieren. Wenig überraschend findet fast die Hälfte der Bewertenden das Produkt „super creepy“, also sehr unheimlich. Ähnliches gilt für den Echo Dot von Amazon oder die Oculus Quest 2 – letztere schneidet vor allem schlecht ab, weil das Unternehmen zu Facebook gehört. Gute Bewertungen gibt es auch, beispielsweise für die Surface Headphones von Microsoft oder die Apple Watch 6.

„Wir hoffen, dass Sie diesen Leitfaden nutzen, um über Produkte von Unternehmen nachzudenken, einzukaufen und zu kaufen, die zeigen, dass sie Wert auf Datenschutz und Sicherheit legen“, schreibt Mozilla. Verbraucher müssten diesen Wert „von den Menschen fordern, die unsere Produkte herstellen“. Wer vor Weihnachten also online einkauft: Das Creep-O-Meter von „Privacy Not Included“ hilft bei der Suche nach sicheren Produkten.

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