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Privatinvestoren: 65 Prozent wollen trotz Corona Geld in Startups stecken

PrimeCrowd-Chef Markus Kainz. © PrimeCrowd
PrimeCrowd-Chef Markus Kainz. © PrimeCrowd

Umsatzeinbrüche, schwere Probleme beim Fundraising, Stellenkürzungen, Existenzängste – vier von zehn Startups in Österreich fürchten, die Corona-Krise nicht zu überleben (Trending Topics berichtete). Um Jungfirmen durch die Krise zu bringen, hat die österreichische Regierung einen Rettungsschirm von bis zu 150 Millionen Euro aufgespannt.

Dabei kommen 50 Millionen Euro in Form von (nur bei Erfolg rückzahlbaren) Zuschüssen, die neue Investments in Startups verdoppeln – macht bis zu 100 Millionen Euro. Noch einmal weitere 50 Millionen Euro sollen ebenfalls aus der Privatwirtschaft kommen, um einen Fonds aufzulegen. Dieser soll attraktiv sein, weil dieses private Kapital mit einer staatlichen Garantie von 50 Prozent besichert wird – mögliche Verluste werden vom Staat also zu 50 Prozent übernommen (mehr Details dazu hier).

Bedeutet unterm Strich: Investoren müssen insgesamt 100 Millionen Euro springen lassen, um den geplanten Rettungsschirm voll zu entfalten. Aber sind Privatinvestoren überhaupt in der Stimmung und in der Lage, in der Krisenzeit so viel Geld locker zu machen?

Größe des bestehenden Portfolios ausschlaggebend

Erste Antworten auf diese Frage liefert eine Befragung des Investoren-Netzwerks primeCrowd unter etwa 300 Privatinvestoren aus Österreich. Das wichtigste Ergebnis: 64,4 Prozent aller Umfrage-Teilnehmer wollen trotz Corona-Krise dieses Jahr noch investieren. „Unsere Beobachtung ist, dass je größer das bisherige Portfolio, desto größer die Bereitschaft zukünftiger Investments. Am vorsichtigsten in diesem Umfeld sind diejenigen mit nur einer bestehenden Investition“, sagt Markus Kainz, CEO von primeCrowd.

Welche Bereiche sind für Privatinvestoren nun als Investment-Ziel interessant? Dabei kristallisiert sich wenig überraschend Health-Tech als der große Favorit heraus. „Natürlich landete hier der Bereich „Healthcare“ deutlich auf Platz eins. Auch dass der Bereich Telekommunikation in Zeiten von Social Distancing weiter an Attraktivität gewinnt, ist naheliegend“, so Kainz. „Interessant ist aber, wie sich der dritte Bereich entwickeln wird, den immerhin noch knapp ein Drittel der Befragten als besonders interessant ansehen: Business Services und HR. Viele Firmen spüren durch die aktuelle Situation natürlich den größten Druck, um endlich zu digitalisieren. Nun gilt es, hier auf die Services zu setzen, die echten Mehrwert bieten.“

Bei Branchen übergreifenden Domänen wollen Privatinvestoren vor allem in die Bereiche Big Data/Analytics, Plattformen/Marktplätze sowie Cyber-Security investieren. „Business Angels in Österreich sind derzeit also durchaus bereit, weiter zu investieren“, sagt Kainz. „Voraussetzung für ein Investment ist  natürlich, dass die Geschäftsmodell die Krise aushält.“

Sinkende Bewertungen als Anreiz

Investments in der Krise, so denken viele Investoren, könnten sich als Schnäppchen erweisen. So sagen etwa 40 Prozent der Befragten, dass die Bewertungen von Startups 30 bis 40 Prozent geringer als vor der Krise sein werden. Ein Drittel geht davon aus, dass Bewertungen um zehn bis 20 Prozent sinken werden. Nur 12,9% denken, dass sich die Bewertungen nicht verändern werden, ähnlich viele meinen, dass sie über 50 Prozent einbrechen werden.

An der Umfrage durch primeCrowd haben 300 Investoren mitgemacht – 200 davon aus dem eigenen Netzwerk.

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