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PrimeCrowd: Das Wiener Investoren-Netzwerk will nach Deutschland expandieren

PrimeCrowd-Chef Markus Kainz. © PrimeCrowd
PrimeCrowd-Chef Markus Kainz. © PrimeCrowd

„Das Nachrangdarlehen ist in Deutschland etwas in Verruf gekommen. Da ist unser Timing perfekt.“ Markus Kainz, Gründer und CEO des österreichischen Investoren-Netzwerks PrimeCrowd, will sein Modell, das er hierzulande Anfang 2016 gestartet hat, jetzt ins größere Nachbarland bringen. Dort sind Crowdfunding-Plattformen dieses Jahr etwas unter Beschuss gekommen – etwa, nachdem Startups wie Protonet, Panono, Triprebel, EN3 und Freygeist in die Insolvenz schlitterten und Marktführer Companisto herbe Umsatzrückgänge verbuchen musste (Trending Topics berichtete).

Frankfurt im Visier

„Bei uns wird kein Crowdinvesting gemacht, sondern es wird Eigenkapital investiert“, erklärt Kainz den Unterschied. Mittlerweile hätten sich rund 630 Investoren hinter PrimeCrowd versammelt, die sich an Lead-Investoren hängen und so gesammelt für Startups relevante Beträge aufstellen. Mit Jens Wirsching (Startup-Investor und ehemaliger Chief Information Officer der Raiffeisen Bank International) und dem aus Frankreich stammenden M&A-Berater und Business Angel Gabriel Tirouflet hat er zwei neue Branchenkenner in den Beirat geholt, die bei der Expansion nach Deutschland helfen werden.

Zielfläche ist in einem ersten Schritt Frankfurt. Dort gäbe es laut Kainz besonders viele Menschen im mittleren Management (Banker, Steuerberater, Anwälte), die sich für PrimeCrowd interessieren könnten. Kainz geht es vor allem um jene Personen, die 10.000, 20.000 Euro, aber nicht viel mehr investieren können und wollen. „Solche Leute haben kaum Chancen, bei anderen Business-Angel-Netzwerken oder Fonds hineinzukommen“, sagt er. „Wir grenzen uns damit klar zu anderen Investoren-Netzwerken ab.“

Startups zahlen eine Gebühr

PrimeCrowd hat bis dato eigenen Angaben zufolge seit dem Start zehn Delas zustande gebracht, bei einem Deal-Volumen von insgesamt 4,5 Millionen Euro. Investmentrunden wurden unter anderem für goUrban (Trending Topics berichtete), Frux (Trending Topics berichtete), myVeeta (Trending Topics berichtete) oder Liimtec (Trending Topics berichtete) aufgestellt. Die Investoren hängen sich wie erwähnt bei solchen Runden an Lead-Investoren an – das sind etwa Tecnet Equity, der aws Gründer-Fonds oder erfahrene Business Angels wie Markus Ertler (hier im Interview zu lesen) und Johannes Ziller.

PrimeCrowd selbst finanziert sich über Gebühren, die für die Vermittlung zwischen den Startups und dem Investoren-Netzwerk anfallen. Für das jeweilige Startup ist eine Gebühr für das vermittelte Investment fällig, für die Investoren gibt es erfolgsabhängige Gebühr: Wenn das Startup einen Exit schafft, dann tritt der Investor eine ausgemachte Summe des Erlöses an PrimeCrowd ab.

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