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Prescreen: Wiener E-Recruiting-Start-up holt sich Millioneninvestment aus Deutschland

Das Prescreen-Team und ihre Computer. © Prescreen
Das Prescreen-Team und ihre Computer. © Prescreen

2012 und 2013 ging noch der Firmenname MercuryPuzzle durch die Start-up-Szene, um dann bald wieder von der Bildfläche zu verschwinden. Jetzt gibt es vom damaligen Team, das heute unter dem neuen Namen Prescreen in Wien und München arbeitet, ein kräftiges Lebenszeichen: Prescreen, das sich auf eine Cloud-basierte Recruiting-Technologie für Unternehmen spezialisiert hat, hat in einer von KIZOO Technology Capital aus Karlsruhe angeführten Investmentrunde eine siebenstellige Finanzspritze erhalten – über genaue Summe und verkaufte Firmenanteile halten sich Prescreen und der neue Investor bedeckt. Das Geld soll in erster Linie die international Expansion sowie das Produkt selbst vorantreiben. „„Wir wollen zum führenden Anbieter von cloud-basierten Recruiting-Diensten in Europa werden“, so Prescreen-Geschäftsführer Constantin Wintoniak. „Bei MercuryPuzzle mussten wir uns sowohl um die Endnutzer als auch um die Firmenkunden kümmern. Mit Prescreen haben wir den klaren Fokus auf das B2B-Geschäft geschärft.“

Jobausschreibungen online abwickeln

Im Unterschied zu MercuryPuzzle, das mit Matching-Technologien als Vermittler zwischen Jobsuchenden und Firmen auftrat, fokussiert Prescreen rein auf Firmenkunden. Als Kunden hat man unter anderem bereits die Bank Austria, UNI.Q (Urlaubsguru), GROB Aircraft, das in Berlin ansässige FinTech-Start-up Number26 sowie die Restaurantkette L’Osteria gewonnen. Diese verwenden Prescreen dazu, um mit dem Web-Dienst schnell Job-Annoncen zu erstellen und diese dann auf der eigenen Webseite (via Embedding) sowie auf etwa 200 Job-Plattformen (Z.B. LinkedIn, Xing, Monster, careerbuilder, Stepstone) zu publizieren. Bewerber können ihre Daten (Lebenslauf, Motivationsschreiben, etc.) online hochladen, und Prescreen hilft dem Personaler per Matching-Technologie, schnell die besten Kandidaten aus der Menge an Bewerbern herauszufiltern. Eines der vielen Features der Software ist, dass abgelehnte Bewerber ein automatisches Absage-Mail erhalten. Werden Bewerbungsprozesse heute noch händisch abgewickelt, bekommen erfolglose Kandidaten oft nicht einmal die Information, dass sie abgelehnt wurden.

„Wir wollen den Recruiting-Prozess vor allem für KMUs vereinfachen, aber auch großen Unternehmen helfen die interne und externe Personalarbeit durch unser Matching zu optimieren. Zu jedem Zeitpunkt ist die Benutzerfreundlichkeit für die Kandidaten im Bewerbungsprozess unsere oberste Priorität“, sagt Wintoniak. Der Einsatz der Cloud-Lösung (lokal auf eigenen Firmen-Servern lässt sich das Tool nicht installieren) ist kostenpflichtig. Je nach Funktionsumfang kostet Prescreen zwischen 29 und 99 Euro pro Benutzer und Monat. Für große Corporates gibt es außerdem die Möglichkeit, spezielle Deals mit dem Start-up auszuhandeln – etwa, wenn es um die zusätzliche Programmierung einer eigenen Karriereseite geht.

Kandidaten durchleuchten

Damit Prescreen auch eine schnelle Beurteilung der Bewerber ermöglichen kann, hat das Start-up in Kooperation mit der Firma cut-e ein psychometrisches Assessment entwickelt, das aus 20 Millionen Vergleichsdatensätzen valide ableiten können soll, wie der Kandidat in punkto Persönlichkeitsmerkmalen wie z.B. „Ehrgeiz“, „Pflichtbewusstsein“ oder „Ausdauer“ einzuschätzen ist. Damit Prescreen möglichst viele Informationen über den Bewerber bekommt, können diese in dem Online-Tool Daten aus ihren Social-Media-Profilen (Facebook, XING, LinkedIn) zur Auswertung freigeben.

Bei KIZOO handelt es sich um eine Beteiligungsgesellschaft mit Schwerpunkt auf Frühphasen-Finanzierungen von Internetdiensten. Neben Prescreen hat der Karlsruher VC etwa in das Sprachlern-Start-up Babbel, den Carsharing-Dienst Tamyca oder den SaaS-Spezialisten Mambu investiert. Hinter KIZOO stecken die Brüder Michael Greve und Matthias Hornberger, die keine Unbekannten in der deutschen Internetbranche sind. Sie haben flug.de und web.de aufgebaut und beide Portale um viele Millionen Euro an die Otto Group bzw. an United Internet verkauft.

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