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Prepear vs. Apple: iKonzern will Birnen-Logo von App-Entwickler verbieten lassen

© Prepear
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Es ist offiziell: Apple vergleicht Äpfel mit Birnen. Genauer gesagt geht es um das Logo der Rezepte-App Prepear. Dieses ist, wenig überraschend, eine stilisierte Birne, von der am Stiel ein Blättchen nach rechts absteht. Das geht dem iPhone-Konzern zu weit, es bestünde Verwechslungsgefahr, meint man in Cupertino. Und so hat Apple Widerspruch gegen das Logo des Kleinunternehmens Super Healthy Kids Inc., das hinter der App steht, bei Gericht eingereicht.

Gestartet wurde Prepear vom Ehepaar Natalie und Russell Monson, die sich in den letzten zehn Jahren ihr Leben auch als Food-Blogger verdingten und mit Prepear nun eine App anbieten möchten, die als Plattform für andere Food-Blogger dienen soll. Per Werbung und Abos sollen diese Blogger mit ihren Rezepten und digital aufbereiteten Kochbüchern und Plänen Geld verdienen können.

„Erinnert an das berühmte Apple-Logo“

Das Logo von Prepear wurde kürzlich von Super Healthy Kids Inc. zum Markenschutz angemeldet, und das will Apple nun verhindern. „Die Marke des Anmelders besteht aus einem minimalistischen Frucht-Design mit einem rechtwinkligen Blatt, das leicht an das berühmte Apple-Logo erinnert und einen ähnlichen kommerziellen Eindruck hervorruft“, heißt es in der Gerichtsakte. „Die Apple-Marken sind so berühmt und sofort erkennbar, dass die Ähnlichkeiten in der Marke des Anmelders alle Unterschiede überschatten und den gewöhnlichen Verbraucher glauben lassen, dass der Anmelder mit Apple verwandt, mit Apple verbunden oder von Apple unterstützt ist.“

Weil der kleinen Firma aus Utah aber das Geld fehlt, um gegen Apple zu prozessieren, hat Mitgründer Russell Monson eine Online-Petition unter dem Titel „Save the Pear from Apple!“ auf Change.org gestartet, die mittlerweile mehr als 20.000 Unterstützungsbekundungen erhalten hat. „Wir sind ein sehr kleines Unternehmen mit nur 5 Teammitgliedern, und die Gerichtskosten aus unserem Kampf für das Recht aller Kleinunternehmer, ohne Angst vor leichtfertigen Rechtsstreitigkeiten ein eigenes Logo entwickeln zu können, haben uns bereits viele Tausend Dollar und die sehr traurige Entlassung eines unserer Teammitglieder gekostet“, schreibt Monson.

„Kämpfen für unser Logo“

Klein beigeben möchte er aber nicht. „Es ist eine sehr erschreckende Erfahrung, von einem der größten Unternehmen der Welt rechtlich angegriffen zu werden, selbst wenn wir eindeutig nichts falsch gemacht haben, und wir verstehen, warum die meisten Unternehmen einfach nachgeben und ihre Logos ändern“, so Monson. „Wir fühlen uns moralisch verpflichtet, gegen die aggressiven rechtlichen Schritte von Apple gegen kleine Unternehmen Stellung zu beziehen und für das Recht zu kämpfen, unser Logo zu behalten. Wir verteidigen uns gegen Apple nicht nur, um unser Logo zu behalten, sondern um eine Botschaft an große Technologieunternehmen zu senden, dass die Schikanierung kleiner Unternehmen Konsequenzen hat.“

Wie die Sache für Prepear ausgehen wird, ist spannend. Apple hat in der Vergangenheit bereits mehrmals gegen die Frucht-Logos von Firmen geklagt. Anfang 2017 hatte Apple in einem Rechtsstreit gegen das Birnen-Logo der chinesischen Firma Pear Technologies Erfolg. Die EU-Markenrechtsbehörde EUIPO gab Apple Recht, dass die Silhouette einer Birne dem Apple-Motiv zu stark ähnele. In einem anderen Fall zog Apple seinen Widerspruch zurück. Die Wort/Bild-Marke des Bonner Cafés Apfelkind durfte dann doch verwendet werden.

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