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Taylor Swift vs YouTube: Popstars und die Google-Tochter streiten sich um Werbegelder und Urheberrechte

Keine guten Freunde: Künstler und Fans, die ihre Musik auf YouTube hochladen. © Fotolia/upschuette
Keine guten Freunde: Künstler und Fans, die ihre Musik auf YouTube hochladen. © Fotolia/upschuette

Explodierende Nutzungszahlen, aber keine stark wachsenden Umsätze mit Online-Werbung: In dieser Zwickmühle sieht sich derzeit eine Allianz von tausenden Künstlern und Musikern, die gegen die Google-Tochter YouTube mobil machen. Stars wie Coldplay, ABBA, Lady Gaga oder Ed Sheeran haben sich kürzlich in einem offenen Brief an die EU-Kommission gewandt, in dem YouTube vorgeworfen wird, Werte aus der Musiker-Community und seinen Künstlern und Songwritern abzusaugen. Ein ähnlicher Brief, unterzeichnet unter anderem von Taylor Swift, Katy Perry und U2, ist an den US-Kongress adressiert worden.

Kritisiert wird an YouTube bzw. den Gesetzgebern, dass es nicht ausreichend Handhabe gegen Musikvideos gibt, die von Unbefugten auf der Video-Plattform veröffentlicht werden. So stünden den Nutzern von YouTube kostenlos Musikclips (und damit natürlich auch die Musik selbst) zur Verfügung, während die Musiker nichts daran verdienen. Außerdem soll der Digital Millennium Copyright Act in den USA Google begünstigen, weil es nicht für Urheberrechtsverletzungen durch die Nutzer belangt werden kann. Trotzdem verdient Google mit Werbung rund um die Musikvideos viel Geld.

Google kontert

Die Vorwürfe will Google nicht auf sich sitzen lassen. In einem Blog-Eintrag argumentiert

Das Content-ID-System, welches dabei hilft, urheberrechtlich geschütztes Material auf YouTube zu finden und zu löschen, hätte den Rechteinhabern seit dem Start 2010 mehr als zwei Milliarden US-Dollar eingebracht. Denn wenn das System ein urheberrechtlich geschütztes Video erkennt, kann es online bleiben, und die Rechteinhaber werden an den Werbeeinnahmen beteiligt. Content-ID kann derzeit etwa 50 Millionen Dateien bzw. 600 Jahre an Audio- und Videomaterial erkennen und dem Rechteinhaber zuordnen.

Der Zeitpunkt für die Musiker-Offensive gegen Google ist zeitlich gut gewählt: Die drei großen Musikkonzerne Universal Sony Music und Warner stehen aktuell in Verhandlungen mit YouTube über einen neuen Lizenzvertrag, außerdem wird derzeit über eine Reform des Urheberrechts in der EU debattiert.

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