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Q4 2019

Podcasts sollen Spotify mehr zahlende Nutzer bringen

Im Spotify-Büro in Stockholm. © Spotify
Im Spotify-Büro in Stockholm. © Spotify

271 Millionen monatlich aktive Nutzer, davon 124 Millionen kostenpflichtige Accounts: Der schwedische Streaming-Dienst Spotify zeigt weiterhin, dass er bei der Nutzung wachsen kann. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum sind die monatlich aktiven User (MAU) im vierten Quartal 2019 um 31 Prozent gewachsen, die Zahl der Premium-Accounts ist um etwa 20 Prozent gestiegen. Das geht aus den gerade veröffentlichten Quartalszahlen hervor.

Umsatz macht Spotify zum Gros mit diesen Premium-Accounts – sie brachten im Q4 2019 1,6 Milliarden Euro Umsatz. Im Vergleich dazu bringen die kostenlosen, weil werbefinanzierten Accounts (immerhin mehr als die Hälfte der Gesamtnutzer) deutlich weniger Umsatz – im Q4 2019 waren es Millionen Euro. Insgesamt machte Spotify im letzten Geschäftsquartal 2019 also 1,86 Milliarden Euro Umsatz – 24 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum (Q4 2018).

Im Vergleich zu Amazon Music oder Apples Streaming-Dienst (beide um die 60 Millionen Nutzer) liegt Spotify deutlich vorne. Beim Ergebnis hilft das aber nicht: Wieder einmal macht die Firma Verlust, diesmal sind es 77 Millionen Euro. Das ist immerhin weniger als der Verlust, den Spotify im vierten Quartal 2018 schrieb – damals waren es noch 94 Millionen Euro.

Übernahmen zahlen sich aus

Die Übernahmen im Podcast-Bereich, die Spotify 2019 getätigt hat, sollen sich jedenfalls ausgezahlt haben. Durch die Übernahme von Gimlet Media und Anchor wurde der Bereich gestärkt. Das Ergebnis: Die Nutzung von Podcasts soll sich innerhalb eines Jahres um 200 Prozent gesteigert haben. Klare Sache – wer auf niedrigem Niveau beginnt und dann Millionen investiert, kann solche Steigerungswerte erzeugen.

Jedenfalls: Von den 271 Millionen MAU sollen 16 Prozent Podcast-Inhalte (es gibt derzeit etwa 700.000 vershciedene Titel) nutzen – das sind dann immerhin etwa 43 Millionen Nutzer, was Spotify zu einer der größten Podcast-Plattformen macht. Wichtig fürs Geschäft soll das auch sein. „Wir haben immer mehr Beweise dafür, dass sich aus dem Konsum von Podcast-Inhalten signifikante Vorteile für das Engagement, die Beibehaltung und die Konvertierung der Nutzer von der werbefinanzierten Variante hin zu Premium ergeben“, heißt es seitens des Unternehmens. Durch die Nutzung von Podcast-Inhalten soll es leichter sein, User vom Premium-Angebot zu überzeugen, wo es keine Werbeunterbrechungen gibt.

Noch aber müsse man einige Arbeit leisten, um wirklich belegen zu können, dass der Fokus auf Podcasts wirklich ein Umsatztreiber ist. Schlecht wäre es nicht – denn Spotify schreibt oft Verluste und kommt nur quartalsweise in die Gewinnzone.

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