Gamification

Playbrush: Start-up zweier Österreicher macht Kinderzahnbürsten zu Game-Controllern

Hoffentlich rutscht das Smartphone nicht ins Waschbecken. © Playbrush
Hoffentlich rutscht das Smartphone nicht ins Waschbecken. © Playbrush

Kinder hassen Zähneputzen, lieben aber Smartphone-Games: Auf diesen zwei simplen Tatsachen fußt die Grundidee des austro-britischen Start-ups Playbrush, das gestern seine intelligente Zahnbürste für Kinder auf den Markt geworfen hat. Die Zahnbürste kommuniziert dabei per Bluetooth mit dem Smartphone bzw. einem darauf installierten Spiel (Utoothia, derzeit für iPhone) und überträgt die Putzbewegungen. Das Game animiert das Kind mit zwölf Levels zum regelmäßigen und gründlichen Putzen und spuckt darüber hinaus Statistiken für die Eltern aus. Das Gerät, das eigentlich nur der Griff ist und an eine normale Zahnbürste gesteckt wird, ist ab sofort ab 49 Euro erhältlich.

„Primäres Ziel ist, unseren ersten Batch noch im Dezember auszuverkaufen – da sind wir auf einem recht guten Weg“, sagt der Wiener Paul Varga, der Playbrush gemeinsam mit dem Matthäus Ittner (ebenfalls aus Wien) und Tolulope Ogunsina aus Nigeria gegründet hat. „Für 2016 heißt es dann, die richtigen Kanäle zu finden, um unser Produkt zu skalieren.“ Insbesondere wolle man Handelspartner finden, den eigenen Online-Shop optimieren und sich bei Amazon listen lassen.

„Made in Austria“

„Matthäus ist mit einem kleinen Team in Wien, Tolulope mit einem kleinen Team in London – ich pendle. Es ist also ein richtig austro-britisches Start-up“, sagt Varga. Seit dem August 2014, als man richtig loslegte, hat sich vieles getan. Damals erhielt man finanzielle Unterstützung vom University College London und startete die Produktentwicklung mitsamt einer Testphase mit 250 Kindern sowie Gesundheitsexperten und Zahnärzten. Im Mai 2015 absolvierte man dann erfolgreich eine Kickstarter-Kampagne, bei der man etwas mehr als 57.000 Euro einsammelte, im September schloss man dann die erste Seed-Runde mit Business Angel Hansi Hansmann ab.

Im Dezember steht schließlich der Launch des Android-Games sowie die Aufnahme des Produkts bei Amazon an. Während Playbrush die Software (ergo das Game) selbst entwickelt, wird die Hardware in Österreich und Slowenien hergestellt – was deswegen bemerkenswert ist, da viele Hardware-Start-ups in China produzieren lassen. „Ja, Playbrush ist made in Austria“, so Varga.

Zwischen Wien und London

„Wir sind nicht zwangsläufig wegen Playbrush nach London gegangen. Ich habe dort gelebt, als wir mit Playbrush gestartet haben, Matthäus in Wien, Tolulope war da noch bei Amazon in Dublin“, sagt Varga. „Wir haben immer von Wien und London gearbeitet, da beide Städte ihre Vorteile haben. Was sehr eigenartig für eine Start-up unserer der Größe ist, funktioniert prinzipiell ziemlich gut. Das hilft natürlich auch, gleich global zu denken und zu arbeiten.“

Für London sprechen aus Vargas Sicht mehrere Punkte: Das starke Netzwerk von Mitgründer Ogunsina, die sehr guten personellen Ressourcen vor Ort, die führende Position Londons als europäischer Start-up-Hub sowie der britische Markt. „Das ist ein echter Early-Adopter-Markt. Die Briten lieben Neues, und sie lieben online“, sagt Varga.

Wien auf der anderen Seite sei ebenfalls aus mehreren Gründen nicht zu unterschätzen. Neben dem persönlichen Netzwerk („die Hilfe in Österreich von Freunden, Bekannten und vielen Leuten die wir über die Zeit kennen gelernt haben war riesig“) sei Österreich wegen der Größe ein guter Testmarkt und zudem sehr ähnlich zum wichtigen Absatzmarkt Deutschland. Und: „Es gibt weniger Start-ups und weniger Hype, das heißt die Konkurrenz um Aufmerksamkeit ist kleiner“, so Varga.

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