Blockchain

Play4Privacy: Grazer Kunstaktion lässt Kryptogeld durch Spielzüge bei „Go“ entstehen

Das Kunsthaus Graz und seine BIX-Fassade. © Universalmuseum Joanneum, Eduardo Martinez
Das Kunsthaus Graz und seine BIX-Fassade. © Universalmuseum Joanneum, Eduardo Martinez

Man muss sie nicht kaufen, man muss sie nicht minen – nein, die PLAY-Token der auf Blockchain spezialisierten Grazer Genossenschaft lab10 collective kann man sich einfach erspielen. Das funktioniert folgendermaßen: Ab Mittwoch wird die Leuchtfassade des Kunsthaus Graz täglich von 19 bis 22 Uhr zu einem digitalen Spielbrett des Strategiespiels Go umfunktioniert. Über die Webseite play4privacy.org können Interessierte auf der ganze Welt mitspielen und Spielzüge vorschlagen. „Jeder der mitspielt und einen gültigen Spielzug vorgeschlagen hat, der bekommt einen Token“, sagt Wolfgang Bergthaler. Dieses Kryptogeld, das auf den Namen PLAY-Token hört, kann man sich dann in seine Wallet (Voraussetzung ist ERC20-Kompabilität) schicken lassen.

„Der Sinn ist, dass man einen spielerischen Einsteig in die Krypto-Welt machen kann, und zwar auch Menschen, die mit Kryptowährungen bisher nichts am Hut hatten“, sagt Wolfgang Bergthaler, Mitgründer des lab10 collective. Nicht durch Stromverbrauch für Computerrechenleistung soll Wert in Form von digitalem Geld entstehen, sondern durch menschliche Kreativität und dem Spiel gewidmeter Zeit. „Wir möchten die Elemente Kunst, Technologie und Privacy verbinden“, sagt Bergthaler.

Für Privatsphäre im Internet

An das Spiel mit der Kryptowährung ist auch eine Spendenaktion verknüpft: Für jeden Spielzug wird ein weiterer Token generiert und zugunsten von Organisationen, die sich für Privatsphäre und Datenschutz einsetzen, gespendet. Mit der Kunstaktion will das Kollektiv der Öffentlichkeit vor allem das Konzept der „transparenten Anonymität“ spielerisch näher bringen. Den Machern zufolge verspricht die Blockchain-Technologie „umfassenden Schutz der eigenen Privatsphäre und der persönlichen Daten im Internet“.

„Alle Spielzüge werden im öffentlichen Raum sowie im Live-Stream transparent dargestellt und sind somit für die Allgemeinheit direkt nachvollziehbar“, so Bergthaler. „So wird für jeden, egal ob Spieler oder Zuseher, erlebbar, wie die Blockchain funktioniert – nämlich als anonymes, verteiltes Netzwerk mit einer öffentlichen Datenbank, die keiner zentralen Kontrolle unterliegt.“

Wie sich der PLAY-Token künftig weiter entwickelt, bleibt abzuwarten. Möglich ist, dass lab10 collective das System anderen Interessierten zur Verfügung stellt – etwa Initiativen, die auf diese Weise Spendengelder sammeln wollen. Was jeder Mitspieler in jedem Fall machen kann: Er kann sich die virtuellen Münzen Andenken in seine Wallet speichern.

 

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