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Platomics: Wiener Genanalyse-Firma holt sich Millionen-Investment

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„Unsere Vision ist, dass ein Gentest so kostengünstig und einfach verfügbar wird wie ein herkömmlicher Bluttest.“ So beschreibt Albert Kriegner, CEO des österreichischen MedTech-Unternehmens Platomics, das Ziel der 2014 gegründeten Firma. Um diesem Ziel näher zu kommen, hat Platomics jetzt eine Finanzierungsrunde bekannt gegeben. Internationale Investoren pumpen eine siebenstellige Summe in das Unternehmen, das ein Spin-off des Austrian Institute of Technology ist, wo Kriegner zuvor die Abteilung für Bioinformatik leitete.

Im Cap Table von Platomics stehen nun die Lansdowne Investment Company aus Zypern, die Tansanit Stiftung aus Liechtenstein sowie die NOTAMM Beratung und Beteiligungen GmbH von Hans Peter Wöss. Platomics entwickelt eine Analyse-Software für genetische Daten namens PlatoX und will darauf aufbauend einen Online-Marktplatz für Laboratorien schaffen, über den diese Gentests anbieten können.

Grundlage für personalisierte Medizin

„Das Auslesen dieser Daten ist durch neue Sequencing-Technologien in den letzten Jahren relativ einfach und schnell möglich. Für die Interpretation der Daten sind jedoch hochkomplexe Analyseverfahren notwendig“, heißt es seitens Platomics. „In speziellen Anwendungsbereichen wie bei pränatalen Tests oder in der Krebsdiagnose sind Gentests bereits Standard. Im medizinischen Alltag ist genetisches Testen aber momentan noch zu kostenintensiv.“

Ziel sei es nun, über einen Marktplatz Gentests für jeden leistbar zu machen. „Wir befinden uns medizinisch, technologisch und regulatorisch im Umbruch. Bahnbrechende Erkenntnisse werden die medizinische Diagnostik in den nächsten Jahren grundlegend ändern. Platomics steht in vorderster Reihe, diesen Paradigmenwechsel hin zur personalisierten Medizin mitzugestalten“, so Kriegner. Auf Basis der Datenauswertungen sollen maßgeschneiderte Diagnostik, Therapie und Medikation möglich werden.

Lansdowne investiert in heimische MedTechs

Mit der Finanzspritze der internationalen Investoren will die Wiener Firma nun die Bereiche regulatorische Compliance, Big Data Analysis, künstliche Intelligenz, Datensicherheit, Software-Entwicklung und Bioinformatik vorantreiben.

Lansdowne hat bereits eine Verbindung zu Österreich und hat gemeinsam mit dem Institute of Science and Technology Austria (IST Austria) in Klosterneuburg bei Wien gemeinsam einen 5-Millionen-Euro-Fonds namens IST Cube für sehr frühphasige, technologische Neugründungen aus dem akademischen Umfeld bereitgestellt. IST Cube hat bereits in die MedTech-Unternehmen contextflow und Ribbon Biolabs investiert.

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