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PicsArt: Die Foto-App zählt in Österreich bereits 300.000 monatliche Nutzer

PicsArt wird auch von 30 Seconds To Mars verwendet. © PicsArt
PicsArt wird auch von 30 Seconds To Mars verwendet. © PicsArt

Einfach nur mehr Fotos posten – das ist im Social Web heute zu wenig. Bei Instagram und Snapchat finden Millenials und die Generation Z mittlerweile eine Vielzahl an Funktionen, um Stories mit Texten, GIFs oder Sticker aufzuhübschen. Oder: Sie greifen zu der Foto- und Video-App des Startups PicsArt, das seit dem Start 2011 in Armenien eine starke Entwicklung vorzeigen kann.

Mittlerweile sind es rund 130 Millionen monatlich aktive Nutzer, die die Foto-App der drei Gründer verwenden. Das Besondere daran: Mit PicsArt kann man am Smartphone-Screen relativ einfach kleine Kunstwerke aus den eigenen Fotos machen, indem man sie mit den Bildern der Community remixt und Collagen erstellt. Die Smartphone-Software gehört dem Analyse-Dienst SensorTower mittlerweile zu den am stärksten wachsenden Apps, was Umsätze in den Apps Stores von Google und Apple angeht.

Zwar ist die App in der Basisversion gratis, doch für eine monatliche Gebühr zwischen einem und 8 Dollar (je nach Land) bekommt man Zugriff auf Premium-Inhalte wie zusätzliche Sticker-Sets, Schriftarten und Video-Bearbeitungs-Tools.

300.000 Nutzer in Österreich

“Jeder soll eine Möglichkeit bekommen, guten Content zu produzieren“, sagt Mikayel Vardanyan, der PicsArt gemeinsam mit Hovhannes Avoyan und Artavazd Mehrabyan gegründet hat, zu Trending Topics im Rahmen des Pioneers Festival, das drzeit in Wien stattfindet.

Mikayel Vardanyan, Mitgründer von PicsArt. © PicsArt
Mikayel Vardanyan, Mitgründer von PicsArt. © PicsArt

In Österreich, so Vardanyan, würde seine Firma 300.000 monatlich aktive Nutzer zählen, in der Schweiz 200.000, in Deutschland sogar 2,2 Millionen. Er beschreibt die App als eine Mischung aus “Photoshop und Instagram” – denn nach der Bearbeitung der Fotos kann man sie der Community zeigen.

China als Boom-Markt

Während die USA und Europa wichtige Märkte für das Foto-Startup sind, kommt derzeit sehr starkes Wachstum aus China. “Es gibt kein Instagram und kein Snapchat in China”, sagt Vardanyan. Weil PicsArt dort nicht geblockt werde, könne man im größten Online-Markt (gemessen an der potenziellen Nutzerschaft) sehr stark wachsen. Der nächste Hebel für noch mehr Nutzer: In den Apple Stores in Österreich, den USA, China oder Deutschland ist PicsArt ab sofort auf den Ausstellungsgeräten vorinstalliert.

Damit die Millionen Nutzer mit immer neuen Funktionen bedient werden können, arbeiten mittlerweile 350 Mitarbeiter in fünf Büros an der App. Die Entwickler sitzen dabei zu einem großen Teil in Armenien, wo die drei Gründer herkommen. Dort ist auch ein 30-köpfiges AI-Team beschäftigt. “Wir arbeiten an Empfehlungs-Algorithmen und visuellen Tools”, so Vardanyan. Das neueste Feature: PicsArt kann automatisch Objekte aus Fotos entfernen, wenn diese im Bild stören.

Video und AR für die Zukunft

Um im Rennen gegen andere Foto-Apps wie Snapseed (gehört Google) oder den mobilen Apps von Adobe bestehen zu können, soll sich PicsArt vor allem bei den Themen Video und AR breiter aufstellen. “Wir bewegen uns immer mehr in Richtung Video und in Richtung AR”, sagt Vardanyan. Und: “Wir denken darüber nach, auf den Desktop zu gehen.”

Ohne Risikokapital geht das Wachstum der App nicht. Bis dato haben potente Investoren wie Sequoia Capital, Insight Partners oder DCM Ventures satte 45 Millionen Dollar in mehreren Runden in das Startup gepumpt. Die Zahl der zahlenden Nutzerschaft liegt im siebenstelligen Bereich. Ein gutes Geschäft auch für die App-Store-Betreiber Google und Apple, die zwischen 15 und 30 Prozent der In-App-Käufe bekommen – eine Sache, wegen der Spotify Apple bereits bei der EU-Kommission angeschwärzt hat.

Bei PicsArt sieht man das nicht so tragisch. “Das ist natürlich ein großer Anteil am Umsatz. Aber derzeit sind die Services von Google und Apple es wert”, sagt Vardanyan. „Wir sind deswegen nicht wirklich besorgt.“

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