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Parkbob: Wiener Start-up bekommt 200.000 Euro – und wird in Handy-Parken-App integriert

Wo ist die Parklücke? © Parkbob
Wo ist die Parklücke? © Parkbob

Die Parkplatzsuche in Wien (und später auch in anderen europäischen Städten) könnte für entnervte Autofahrer bald ein bisschen einfacher werden: Denn das Wiener Start-up Parkbob von Gründer Christian Adelsberger hat im Rahmen der Puls-4-Show 2 Minuten 2 Millionen ein Investment von insgesamt 200.000 Euro abgestaubt. Geldgeber sind der Wiener Risikokapitalgeber Speedinvest (CEO Oliver Holle hier im Interview), der mit 100.000 Euro für sechs Prozent der Firmenanteile einsteigt, sowie die Business Angels Nikolaus Futter (Compass-Gruppe), Martin Egger (Geschäftsführer der Wiener Kommunikationsagentur lautstark) und Markus Ertler (Ex-Immobilien.net), die gemeinsam weitere 100.000 Euro springen lassen.

Das ist damit das zweite Investment in das Start-up innerhalb weniger Monate: Erst im Februar haben Pioneers Ventures und die erwähnten drei Business Angels 250.000 Euro in Parkbob investiert (TrendingTopics.at berichtete).

Parkbob bietet eine kostenlose Smartphone-App an, mit der der Nutzer auf einer Karte angezeigt bekommt, welche öffentliche Parkplätze in der Nähe wahrscheinlich frei sind. Die Daten dazu generiert Parkbob mit seiner „Recognition Engine“, indem es mittels GPS, Beschleunigungssenor und Barometer von Smartphones und vernetzten Fahrzeugen erkennt, ob ein Auto gerade ein- oder ausparkt – eine Genauigkeit von 80 Prozent wird dabei angestrebt. Außerdem kann die App den Nutzer warnen, ob er sich gerade in einer gebührenpflichtigen Zone hingestellt hat oder möglicherweise sogar in einer Parkverbotszone steht.

Parkbob-Gründer Christian Adelsberger. © Florian Wieser
Parkbob-Gründer Christian Adelsberger. © Florian Wieser

Integration in Handy-Parken-App

Geld verdient Parkbob, wenn auch derzeit auf kleinem Niveau, über Kooperationen mit Unternehmen (für den Endnutzer ist die App immer kostenlos). In Wien etwa hat der Carsharing-Dienst Car2Go die Software des Start-ups in seine Flotte integriert. Auf Basis der Parkbob-Daten ist es Car2Go so auch möglich, die Fahrer zu warnen, wenn sie das Auto in einer verbotenen Zone abstellen.

Im April kommt der nächste wichtige Schritt für Adelsbergers Start-up mit derzeit sechs Mitarbeitern: Dann wird die Technologie in die Handy-Parken-App eingebaut, die die Telekom Austria gemeinsam mit der Stadt Wien anbietet und etwa 500.000 Nutzer zählt. Dann kann Parkbob um ein vieles mehr Datenquellen als bisher anzapfen und viel genauer berechnen, welche Parkplätze in der Nähe gerade frei geworden sind. Der Hintergrund: Parkbob sitzt derzeit im A1 Startup Campus und hat eine Partnerschaft mit der Telekom geschlossen.

Japan als möglicher neuer Markt

Die Ortungsdaten, die die Nutzer liefern, werden laut Adelsberger mit größter Sorgfalt behandelt. Der Nutzer wird nicht identifiziert (man braucht zur Nutzung keinen Account, es gibt auch keinen Facebook-Login) und soll anonym bleiben. Die Software erkenne lediglich, dass sich gerade ein Smartphone mit der darauf installierten App in einem Auto befindet, das gerade ein- oder ausgeparkt wird. Nutzer sollten aber wissen: Je nach Smartphone-Modell kann die App einen erhöhten Akkuverbrauch verursachen, da viele Sensoren beansprucht werden.

Adelsberger ist derzeit mit einer Wirtschaftsdelegation in Japan unterwegs. Seine Hoffnung ist, dort mit Vertretern der riesigen Automobilindustrie ins Gespräch zu kommen. Denn Parkbob plant auch, seine Software in In-Car-Systeme zu integrieren. Das wäre wichtig, um schnell groß zu werden. Denn mit Konkurrenten wie Streetline hat Parkbob potente Konkurrenten, die ebenfalls schnell wachsen wollen.

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