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Paraloq Analytics: NÖ-Startup will Banken vor faulen Krediten schützen

Das Team von Paraloq. © Paraloq
Das Team von Paraloq. © Paraloq

Bei Kreditvergaben tragen auch Banken ein gewisses Risiko: Fehlen notwendige Daten, werden Kredite entweder nicht oder zu konservativ vergeben, was die Zinseinnahmen mindern kann. Oder Kredite werden an Menschen vergeben, die eigentlich nicht über ausreichend Bonität verfolgen. Beide Fälle will das niederösterreichische Fintech-Startup Paraloq Analytics vermeiden – mittels Deep Learning.

„Kleine und mittelgroße Banken verfügen oft nicht über ausreichendes eigenes Datenmaterial, um eine fundierte Risikomodellierung mit eigenen Daten vornehmen zu können“, erklärt das Team von Paraloq. Um das zu ändern, haben Maximilian Arrich und Florian Benkhalifa das Startup  2019 an der Universität St. Gallen gegründet. Seitdem entwickelt Paraloq Algortihmen zur Modellierung von Risiken und Pooling von Daten speziell für Banken.

Paraloq: Zwei Problemstellungen für Banken

Das Problem ist eingangs beschrieben: Zu wenig Datenmaterial kann mitunter zu „übermäßig konservativen Kreditvergaben“ führen, auch für Unternehmen, die eigentlich über ausreichend Bonität verfügen. Auf der anderen Seite könnendurch Falschabschätzung auch Kredite an ungeeignete SchuldnerInnen bewilligt werden. Die Folge: Kreditblasen, die die wirtschaftliche Stabilität verringern und ein hohes gesamtwirtschaftliches Risiko für die Bank darstellen. Paraloq setzt hier an: Das Fintech-Startup hat für die Zielgruppe der „kleinen und mittelgroßen Banken“ eine neuartige Daten- und Risikomodellierung-Methode entwickelt. „Durch diese Methodik können die Risiken für Kredite und Investitionen wie bei einer Großbank festgestellt werden“, heißt es in einer Aussendung.

Deep-Learning-Algorithmen

Die Idee dafür kam den beiden Gründern während ihres Studiums an der Universität Sankt Gallen. Für den Bereich der Risikomodellierung entschieden sie sich, da sie „leidenschaftlich Algorithmen zur Modellierung von Risiken und Pooling entwickeln“. Im Zuge des ersten Werkvertrages mit der Hypo NOE Bank AG hätten sich dann weitere Modelle ergeben, die nun in Umsetzung sind. „Mit unseren Deep-Learning-Algorithmen wollen wir Portfolien über viele Banken hinweg vernetzen, ohne dass diese empfindliche Daten über ihre Kunden austauschen müssen“, erklären Arrich und Benkhalifa.

Weg Richtung CERN?

Jochen Danninger, Wirtschaftslandesrat in Niederösterreich, betont auch den wirtschaftlichen Aspekt für das Land: „Am Beispiel von Paraloq Analytics sieht man, dass Niederösterreich für innovative Startups eine Vielzahl von Impulsen setzt, damit aus Ideen auch junge und dynamische Unternehmen entstehen können. Bei diesen technologischen Gründungen unterstützt unser Inkubator accent. Das garantiert, dass Know-how im Land bleibt und künftig Arbeitsplätze sichert“. accent-Geschäftsführer Michael Moll hat ebenfalls große Pläne mit dem jungen Startup: „Es freut mich, dass sich das Team seit der Gründung 2019 so gut entwickelt hat, derzeit werden auch Gespräche mit dem CERN zur Weiterentwicklung der Software geführt“. Das accent ist seit sechs Jahren der österreichische CERN-Partner für Technologie-Startups.

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