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#glaubandich-Challenge

Original+: Wie eine Künstliche Intelligenz für personalisierte Ski sorgt

Siegfried Rumpfhuber von Original+ beim Pitch. © David Bitzan
Siegfried Rumpfhuber von Original+ beim Pitch. © David Bitzan

Ein maßgeschneiderter Ski, wie ihn bereits Skirennprofis bekommen, das könnte eigentlich auch ein Produkt für den Endkonsumenten sein. Zwar hatten Ski-Hersteller immer wieder solche Pläne, wirklich durchgesetzt hat sich das am Markt aber noch nicht. Bis jetzt zumindest nicht. Denn der Salzburger Gründer Siegfried Rumpfhuber tritt mit seinem Startup Original+ an, um das zu ändern. Auf der Webseite sollen potenzielle Käufer künftig Daten über Körpergröße, Fahrkönnen oder Schuhgröße eingeben und dann zwei bis drei Wochen später ein Paar individuell abgestimmte Ski geliefert bekommen. Und das zu einem leistbaren Preis von deutlich unter 1.000 Euro.

Für dieses Konzept ist Rumpfhuber, der bereits seit rund 15 Jahren in der Ski-Branche unterwegs ist, kürzlich nicht nur als Landessieger von Salzburg ins Finale der#glaubandich-Challenge eingezogen, sondern gewann auch den ISPO-Sportartikel-Award Anfang des Jahres. Im Interview mit Trending Topics gibt Rumpfhuber nun Einblicke, wie und wo die individualisierten Bretter produziert werden. “Individualisierung ist ein Megatrend, den in der Ski-Branche aber noch niemand wirklich aufgegriffen hat”, sagt der Original#-Gründer.

Die Original+-Ski. @ Original+
Die Original+-Ski. @ Original+

„Wir müssen das automatisieren“

Rumpfhuber ist als ehemaliger Produkt-Manager bei Fischer und Ex-Kästle-Geschäftsführer bestens mit der Ski-Branche vertraut. Ideen, maßgeschneiderte Ski für Endkonsumenten zu bringen, gab es bei etablierten Skimarken schon immer, doch oft mangelte es am Willen zur Umsetzung. Schließlich ist Personalisierung durch einen Menschen teuer, drei bis fünf Stunden Arbeitszeit müsste sich ein Experte mit jedem Käufer beschäftigen, um ihm den perfekten Ski zu designen. Deswegen Rumpfhubers Credo: „Wir müssen das automatisieren.“

Alleine kann Original+ diese Aufgabe nicht bewältigen, deswegen hat sich das Salzburger Startup zwei wichtige Partner an Bord geholt. Der erste ist die Salzburger Jungfirma Fact AI. Diese hat in monatelanger Arbeit ein Machine-Learning-System für Original+ entwickelt, das die Daten des Kunden (Körpergröße, Gewicht, Alter, Fahrkönnen von „vorsichtig“ bis „aggressiv“, Fahrgeschwindigkeit, Geschlecht, Schuhgröße) in den passenden Ski umrechnet. Der zweite Partner ist Augment Sports mit einer Fabrik im Pinzgau, die Ski aus den selben Materialien wie FIS-World-Cup-Bretter produziert.

Diese Firma stellt für Original+ die Ware her, die via Online-Shop verkauft und direkt an den Kunden versandt wird. “Prozesse, wie man Ski personalisiert, kennen wir schon aus dem Profibereich”, sagt Rumpfhuber, mit seinem Startup will er das massentauglich machen. Original+-Bretter inklusive Bindung sind ab 680 Euro zu haben. “Das Besondere an uns ist die Kombination aus Customizing und einem bezahlbaren Preis”, so der Original+-Gründer.

Siegfried Rumpfhuber von Original+. © Original+
Siegfried Rumpfhuber von Original+. © Original+

Crowdfunding-Kampagne zum Kick-off

Um den Marktbedarf abzutesten, hat Original+ dieses Jahr bereits eine Kickstarter-Kampagne durchgeführt, bei der etwas mehr als 30.000 Euro eingesammelt und rund 70 Paar Ski an Vorbesteller verkauft wurden. Bis Mitte 2018, so Rumpfhuber, rechne man mit rund 800 Paar Ski, die man verkaufen könne. Was Interessenten wissen sollten: Die Original+-Ski sind, auch wenn sie oft als AI-Ski bezeichnet werden, nicht mit Sensoren oder Chips ausgerüstet. “Es ist keine Intelligenz im Ski drinnen, die Intelligenz liegt in unserer Software”, sagt Rumpfhuber.

Original+ ist nicht das einzige Startup, das sich dem Wintersport verschrieben hat. Ünique Skis aus Wien etwa fabrizieren individualisierte Bretter aus Holz und haben dafür ein Investment von rund 200.000 Euro bekommen (Trending Topics berichtete). Das Münchner Startup B.A.M. wiederum entwickelt universelle Skibindungen für Touren und Abfahrt (Trending Topics berichtete), und Hans Peter Haselsteiner investierte 2016 bei Freemotion aus Salzburg, die einen bequemen Skischuh entwickeln.

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