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omni:us: Österreichische Gründer holen in Berlin 20 Millionen Euro für ihr AI-Startup

Sofie Quidenus-Wahlforss, CEO von omni:us. © omni:us
Sofie Quidenus-Wahlforss, CEO von omni:us. © omni:us

Beim Namen Sofie Quidenus-Wahlforss könnte es bei einigen Lesern klingeln. Die heute 36-jährige Wienerin hat mit der Qidenus Technologies GmbH eine Firma aufgebaut, die sich auf das halbautomatische Scannen von Büchern mit Hilfe von Robotern spezialisiert hat. Diese befindet sich zur Zeit allerdings in einem Sanierungsverfahren, und Quidenus-Wahlforss ist nur mehr im einstelligen Prozentsatzbereich an der von ihr gegründeten Firma beteiligt.

Denn Quidenus-Wahlforss ist bereits weiter gezogen. Mit anderen Österreichern und ehemaligen Quidenus-Mitstreitern (Martin Micko, Harald Gölles, Stephan Dorfmeister und Eric Pfarl) hat sie in Berlin in den letzten Jahren das AI-Startup omni:us (es hieß zuvor SearchInk) hochgezogen, das jetzt einen fetten Deal bekannt geben konnte. Denn omni:us hat von namhaften Investoren 22,5 Millionen US-Dollar (19,75 Mio. Euro) Risikokapital in der Series A bekommen. Die Investition wurde von Target Global, MMC Ventures und Talis Capital getätigt, bestehende Investoren wie Unbound und Anthemis haben ebenfalls an der Runde teilgenommen.

Expansion in die USA geplant

“Wir wissen, dass sich die Versicherungsindustrie über die nächsten Jahre von prozess- hin zu datengesteuert verändern wird“, so CEO Quidenus-Wahlforss. „Unser datenbasierter Ansatz ermöglicht Versicherern, ihre Kunden besser zu verstehen und neue Produkte und Dienstleistungen auf einem individuellen Niveau anzubieten. Mit dieser weiteren Finanzierungsrunde werden wir unsere Erkennungssysteme auf die nächste Stufe bringen und bis Ende 2018 in den US-Markt expandieren.” Die Software-Tools sollen es Versicherungsunternehmen ermöglichen, automatisierte Schadensbearbeitung durchzuführen und so für ein besseres und flüssigeres Kundenerlebnis zu sorgen. Den Versicherern soll das außerdem helfen, Kosten zu sparen.

Zu den Kunden zählen laut Omni:us bereits große Branchenvertreter wie Allianz, Baloise und AmTrust, außerdem sollen auch InsurTech-Startups wie Lemonade oder WeFox mit der AI arbeiten. Noch dieses Jahr will das Startup der Österreicher eine Niederlassung in den USA eröffnen, um von dort aus den wichtigen US-Markt zu bearbeiten. Derzeit sind bei omni:us rund 40 Mitarbeiter tätig. Quidenus-Wahlforss, für die das Startup bereits ihre vierte Unternehmung (nach Malkursen für Senioren, dem Wiener Schulball und eben Qidenus Technologies), wurde dieses Jahr vom US-Magazin Forbes unter die „50 Women in Tech Europe“ gewählt.

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