Channel

Mobility

MA 48

Sharing-Debakel: Stadt Wien musste rund 1.000 oBikes und Ofos von den Straßen räumen

Fahrrad-Friedhof. © MA 48
Fahrrad-Friedhof. © MA 48

Die Bilder ungenutzter Fahrräder von Sharing-Diensten aus China kennt man bereits. Jetzt gibt es solche Fotos auch aus Wien, wenn auch in geringerem Ausmaß. Denn die Magistratsabteilung 48 (MA 48, auch bekannt als zuständige Behörde für die Straßenreinigung) musste bis dato rund 1.000 Fahrräder der beiden chinesischen Anbieter oBike und und Ofo von den Straßen der österreichischen Hauptstadt räumen.

Diese hatten sich einfach aus Wien zurückgezogen und die Drahtesel zurückgelassen. Größtenteils sind es oBikes, die in den vergangenen zwei Monaten eingesammelt wurden und nun möglicher weiterer Verwendung harren.

Hinterlassenschaften aus China

Die Fälle oBike und Ofo zeigen die Schattenseiten der Sharing-Economy auf. Beide Anbieter starteten 2017 in Wien mit dem Konzept, Fahrräder per App einfach von der Straße weg mieten zu können. Allerdings kam es in Wien – wie auch in anderen Städten – schnell zu Problemen mit den chinesischen Radeln. Oft wurden sie nicht ordnungsgemäß abgestellt, waren Ziele von Vandalismus oder überfüllten Fahrradstellplätze.

Die Stadtverwaltung reagierte mit strengeren Regeln, führte Strafen für unsachgemäß abgestellte Räder ein und limitierte die Zahl von Fahrrädern pro Anbieter mit 1.500 Stück. Bald darauf zogen sich oBike und Ofo zurück und hinterließen rund 1.000 der Drahtesel auf den Straßen.

Wie mit den von der MA 48 eingesammelten oBikes und Ofos weiter verfahren wird, ist noch offen. Sie sind jetzt im Eigentum der Stadt Wien und könnten weiterverkauft werden. Laut derstandard.at sind viele der Räder aber in einem schlechten Zustand sowie von Schlössern versperrt, die man eigentlich nur per Miet-App aufbekommt. Über den Winter will die MA 48 entscheiden, wie mit dem unfreiwilligen Fahrradfuhrpark weiter verfahren wird.

Neue Regeln auch für Elektroroller

Die von der Stadt Wien auferlegten Regeln für Mietfahrräder haben nun einen spannenden Effekt. Denn in den vergangenen beiden Wochen sind gleich zwei Elektroroller-Anbieter – Lime und Bird – in der österreichischen Hauptstadt gestartet und sind von der Stadtverwaltung reguliert. Sie sorgen mit so genannten „Chargern“ dafür, dass die E-Scooter nachts von den Straßen geräumt werden – diese werden dafür entlohnt und stellen die Roller am Morgen wieder an bestimmten, frequentierten Standorten wie etwa der Mariahilfer Straße wieder auf.

+++ Lime und Bird im direkten Vergleich +++

Springe zu:

Ganzen Artikel lesen