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Österreichs KMU fehlt das Geld für die Digitalisierung

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Die gute Nachricht: Österreichs Kleinstbetriebe werden digitaler und damit auch innovativer. Das geht aus einer druckfrischen Studie von Arthur D. Little und der Wirtschaftskammer hervor. Die schlechte Nachricht: Nach wie vor stehen die meisten KMU am Anfang. Nur zehn Prozent der befragten Unternehmen stuften sich selbst als „digital orientiert“ ein. Das ist die dritte Stufe auf einer vierstufigen Skala zur Digitalisierung. Die meisten KMU sehen sich als digitale Neulinge oder gerade am ersten Schritt aus diesem Stadium heraus. Als „digitaler Champion“ sah sich keiner der Befragten.

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Mehr als 60 Prozent fühlen sich in Sachen Digitalisierung zumindest besser informiert als im Jahr davor. Die Wirtschaftskammer betont bei der Studienpräsentation, wie gut das umfangreiche Weiterbildungsangebot angenommen werde. Jetzt drückt der Schuh woanders: Unternehmen fehlen die finanziellen Ressourcen für die Umsetzung. Dieser Hemmschuh hat unter den größten Herausforderungen der Digitalisierung in den vergangenen Jahren den deutlichsten Zuwachs verzeichnet. Mehr als 40 Prozent der Befragten sehen sich nicht in der Lage, die digitale Transformation ihres Unternehmens zu finanzieren.

4 Millionen Euro für KMU zu wenig

Die vier Millionen Euro, die Wirtschaftsministerium, die staatliche Förderbank aws sowie die Wirtschaftskammer für die Neuauflage des Finanzierungsinstruments „KMU digital“ bereitstellen, seien „ein Tropfen auf dem heißen Stein“, meinte Alfred Harl, Obmann des Fachverbandes UBIT, bei der Studienpräsentation. KMU können über dieses Instrument eine Förderung von maximal 4.000 Euro erhalten, wobei in der Regel Beratungsleistung gefördert wird. 7.000 Betriebe haben über „KMU digital“ in den letzten zwei Jahren 10.000 mal eine Beratung in Anspruch genommen. Am beliebtesten war die „Potenzialanalyse“, die zu hundert Prozent gefördert wird.

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Harl hat noch einen weiteren Appell an die künftige Regierung. Der Fachkräftemangel sei bisher noch von keiner Regierung so richtig angegangen worden. Die Lehrlings-Initiative der letzten Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck sei zumindest ein Schritt in die richtige Richtung. Im neu geschaffenen Bereich „App & Coding“ gebe es bereits mehr als 100 Lehrlinge. Großen Nachholbedarf sieht Harl bei der universitären Ausbildung. Dort liegen die Drop-outs bei etwa 50 Prozent, während bei der Lehre nur etwa vier bis fünf Prozent die Ausbildung abbrechen.

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