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Österreichs erster Fonds für Social Entrepreneurship startet 2019 mit 5 Millionen Euro

Change is coming. © Ross Findon on Unsplash
Change is coming. © Ross Findon on Unsplash

“Wir haben früh gesehen, dass es im Bereich Social Entrepreneurship viel Nachfrage gibt. In anderen Branchen kann man von der derzeitigen Dynamik nur träumen”, sagte Marlis Baurecht von der staatlichen Förderbank aws Dienstag vormittag bei der Pressekonferenz der Initiative GEMSE (GEmeinsam Mehr Social Entrepreneurship). Diesem Tatendrang von Jungunternehmern, die Social Impact mit Unternehmertum verbinden, wollen aber nicht nur die Förderstellen aws und FFG mit eigenen Programmen Rechnung tragen, sondern auch die Privatwirtschaft.

Und so hat die betriebliche Vorsorgekasse fair-finance angekündigt, den ersten österreichischen Social-Entrepreneurship-Fonds launchen zu wollen. Dieser soll laut Johannes Puhr von fair-finance fünf Millionen Euro umfassen und im ersten Quartal 2019 gestartet werden. Über drei Jahre hinweg verteilt sollen Social Entrepreneure mit dem Geld unterstützt werden.

Fonds-Management „pro bono“

„Damit soll Social Business Cases mit messbarem Impact die Chance gegeben werden, sich weiter zu entwickeln und ihren Social Impact zu maximieren“, heißt es seitens fair-finance. Unterstützt werden sollen Early-Stage-Startups in dem Bereich. Das Fondsmanagement erfolgt durch fair-finance pro bono, damit der Fonds nicht mit oft hohen Management Fees belastet wird. Eine Rendite von bis zu 3,5 Prozent wird in Aussicht gestellt.

Bei fair-finance handelt es sich um eine 2010 gestartete Betriebsvorsorgekasse, die sich günstige Gebühren, eine Mindestzinsgarantie und zertifizierte nachhaltige Vermögensveranlagung auf die Fahnen geschrieben hat. Die Firma von Gründer Markus Zeilinger versteht sich dabei selbst als sozialverantwortliches Unternehmen.

Weitere Fördermittel der FFG

Auch bei der Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) ist das Thema Social Entrepreneurship ein weiter Wichtiges. “Auch wir haben erkannt, dass Förderung von Technologien nicht alles sein kann”, sagte Birgit Tauber, Bereichsleiterin Basisprogramme bei der FFG. Sow wird das „Impact Innovation Programm“, bisher als Pilotprojekt, bei der FFG ins Standardprogramm aufgenommen und wird aus einem Budget der Nationalstiftung von 3 Millionen Euro gespeist. Ab Mitte 2019 wird die Ausschreibung geöffnet, neben Unternehmern sind auch Vereine und gemeinnützige Organisationen werden eingeladen, sich zu bewerben.

Auch bei der aws will man entsprechende Förderprogramme für Social-Impact-Startups fix verankern. “Wir brauchen eine stabile nachhaltige Förderung und nicht nur Pilotprojekte”, sagte Marlis Baurecht von der aws. Bisher gab es bei der Förderbank zwei Pilot-Calls im Bereich Social Businesses, 21 Projekte wurden gefördert. Nach einer Evaluierung werde man nächste Schritte planen.

SENA vertritt Interessen von Social Entrepreneurs

Wie berichtet hat sich dieses Jahr mit dem Social Entrepreneurship Network Austria (SENA) ein neuer Verein in Österreich formiert, der unter anderem neue rechtliche Rahmenbedingungen für Sozialunternehmer fordert. “Social Impact ist kein CSR-Addon, sonder Kern des Geschäfts”, sagte Walburga Fröhlich, die SENA mitgegründet hat und mit atempo selbst ein Sozialunternehmen betreibt. “Wir lösen Probleme mit sozialer Wirksamkeit und verpacken das in einem unternehmerischen Geschäftsmodell. Das unterscheidet uns von klassischen NGOs.”

So wird vonSeiten von Social Entrepreneurs auch immer wieder eine eigene Rechtsform für Sozialunternehmen gefordert. Der Vorschlag einer sGmbH liegt bereits seit mehreren Jahren auf dem Tisch – doch weder die letzte noch die aktuelle Regierung haben dem bis dato viel Aufmerksamkeit geschenkt.

Dass es Social Entrepreneurs oft schwerer haben als andere Unternehmer, bestätigte Günter Benischek, Leiter Stabstelle “Social Banking” bei der Erste Bank. Seit 2011 bietet die Erste Social Entrepreneurs Zugang zu Finanzdienstleistungen, was vorher bei einer Bank nicht selbstverständlich war. “Social Entrepreneurs kämpfen stärker als andere, die lassen ihre Firma nicht einfach sausen, wenn es nicht gleich funktioniert”, so Benischek. 

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