Channel

Startups

2 Minuten 2 Millionen

Obstraupe: Der wendige Erntehelfer aus Oberösterreich

Das Gründer-Team mit ihrer Obstraupe. © Obstraupe
Das Gründer-Team mit ihrer Obstraupe. © Obstraupe

David Brunmayr, der Initiator der Obstraupe, verbrachte weite Teile seiner Kindheit auf dem „Sacherl“ seiner Eltern. Der Kleinbauernhof in der Nähe von Krems war umringt von blühenden Obstwiesen. Dort lernte er früh, dass Streuobstwiesen ein anderes Landschaftsbild vermitteln, als herkömmliche Obstplantagen. Sie sind natürlich gewachsen und nicht auf Effizienz ausgelegt. Auch ein Grund dafür, dass in den vergangenen 60 Jahren 85 Prozent der Streuobstbestände gerodet wurden. Ein schwerer Verlust für die Artenvielfalt. „Auch das Aromenspektrum der Früchte ist kaum mit Plantagenobst zu vergleichen“, sagt der 31-Jährige.

Erntemaschinen oft zu groß

Allerdings ist die Ernte mühsam: Erntetechniken für die unebenen Wiesen gibt es kaum. Eine motorisierte Gerätschaft rentiert sich oft nicht, weil Streuobstwiesen im durchschnitt nur 70 Bäume zählen. Auch die unregelmäßigen Baumstände sind für die klobigen Maschinen kaum zu bewerkstelligen. So wird das Streuobst meistens noch mit den Händen aufgeklaubt – oder bleibt ungenutzt liegen.

Marktreife im März erreicht

Deshalb entwickelte Brunmayr gemeinsam mit Lukas Griesbacher und Franz Praher die Obstraupe. Das Gerät ist manuell bedienbar und wird mit einem Akkuschrauber angetrieben. Damit ist es perfekt an die Unebenheiten und die Fruchtlage der Streuobstwiesen angepasst. Franz Praher investierte als technischer Leiter über 1.000 Stunden in die Entwicklung der ersten Prototypen.

Jetzt erreichte der siebte Prototyp die Marktreife und wurde am 1. März offiziell vorgestellt. Seitdem hat die Firma 20 Obstraupen verkauft. „Die Produktion läuft an und wir liefern die Geräte pünktlich zur Erntesaison aus“, so Brunmayr. Für die ersten 50 Obstraupen gibt es noch den Sonderpreis von 1.199 Euro. Auf obstraupe.at kann das Gerät bestellt werden und wird dann 1.399 Euro kosten.

600.000 Streuobstgärten im DACH-Raum

Die Nische ist nicht so klein, wie man denken könnte. Im DACH-Raum gibt es über 600.000 Betriebe und Private, die Streuobstbestände besitzen und eine Obstraupe gebrauchen können. Das junge Unternehmen hat auch Anfragen aus dem Ausland. In Italien werden Orangen ähnlich angebaut wie hierzulande Äpfel. Auch Walnüsse und Edelkastanien können mit der Obstraupe aufgesammelt werden. „Wir sehen auf der ganzen Welt Absatzmärkte. Nur weil wir aus der Streuobst-Branche kommen, heißt nicht, dass unsere Raupe nicht auch für andere Anbaugebiete ideal ist“,sagt der Gründer.

Springe zu:

Ganzen Artikel lesen
Promotion