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Exit: Oberösterreichisches Tiergesundheits-Startup Smartbow wird von US-Konzern übernommen

Smartbow-CEO Wolfgang Auer. © Smartbow
Smartbow-CEO Wolfgang Auer. © Smartbow

Einem österreichischem Startup ist wieder einmal ein Exit gelungen: Wie die Oberösterreichischen Nachrichten schreiben, ist die auf Tiergesundheit spezialisierte Jungfirma Smartbow vom US-Konzern Zoetis zu 100 Prozent aufgekauft worden. Smartbow hat bereits 2017 einen Deal mit der börsennotierten Zoetis, eine ehemalige Pfizer-Tochter, im Rahmen von 5 Millionen Euro für die internationale Expansion geschlossen (Trending Topics berichtete), um die Überwachungssysteme für Kühe weltweit zu vertreiben.

Nun gehört das Unternehmen von Gründer Wolfgang Auer zum Zoetis-Konzern, der sich auf Tierarzneimittel und Impfstoffe für Haus- und Nutztiere spezialisiert hat. Am österreichischen Standort in Weibern im Hausruckviertel soll nun massiv ausgebaut werden, die derzeit 60 Mitarbeiter sollen auf 100 aufgestockt werden. Smartbow machte der APA zufolge im vergangenen Geschäftsjahr einen Umsatz von sieben Millionen Euro. Wie viel sich Zoetis das Startup kosten ließ, ist nicht bekannt – jedenfalls muss es sich um einen zweistelligen Millionenbetrag handeln.

Kuh mit Ohrmarke von Smartbow. © Smartbow
Kuh mit Ohrmarke von Smartbow. © Smartbow

Intelligente Ohrmarken für Kühe

Smartbow wurde 2009 gegründet und hat bis dato rund 100.000 seiner intelligenten Ohrmarken verkauft, die damit gepiercte Kühe orten und deren Gesundheitszustand berechnen können. In zwei bis drei Tagen lernt das System, zum dem neben den Ohrmarken auch Funkstationen Indoor und Outdoor sowie Server und Machine-Learning-Software gehören, die Bewegungsabläufe der Kühe. Daraus kann die Software bei Veränderungen ableiten, ob ein Tier krank oder brünstig ist. Denn eine soll dann etwa anders mit den Ohren wackeln – ein Zeichen, dass das Smartbow-System registriert und gegebenenfalls den Kuhbauern alarmiert.

Mit diesem Frühwarnsystem sollen Nutztierhalter frühzeitig gewarnt werden, wenn Kühe erkranken oder sonstige medizinische Betreuung brauchen – und so auch gleich Kosten für Medikamente bzw. Tierärzte sparen können. Weltweit gibt es rund 280 Millionen Milchkühe und 1,5 Milliarden Rinder – ein riesiger Markt, den Zoetis mit den österreichischen Produkten nun beackern will.

Zuvor beteiligt an Smartbow war unter anderem der OÖ HightechFonds mit 13 Prozent, der Jungfirmen Kapital von bis zu 1,5 Millionen Euro bietet. Für den Fonds ist es der erste Exit. Der neue Eigentümer, Zoetis, gilt als Weltmarktführer bei Tierarzneimitteln, hat weltweit rund 3.000 Mitarbeiter und machte 2017 einen Umsatz von 5,2 Milliarden Dollar.

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