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Nur noch SD: Auch YouTube reduziert die Übertragungsqualität in Europa

YouTube reduziert die Qualität der Übertragungen. © USA-Reiseblogger / Pixabay
YouTube reduziert die Qualität der Übertragungen. © USA-Reiseblogger / Pixabay

Auf Netflix folgt YouTube: Auch der Videostreaming-Dienst reduziert temporär die Übertragungsqualität in Europa. Damit soll verhindert werden, dass das Netz überlastet wird. Bekanntlich steigt der Datenverbrauch seit Tagen, weil das Internet in Zeiten von Home Office und Quarantäne eine entscheidende Rolle spielt. Ob weitere Anbieter dem Beispiel folgen, ist noch nicht bekannt.

YouTube nur noch in SD

Am heutigen Freitag teilte die Google-Tochter der Nachrichtenagentur Reuters mit, dass die Übertragungsqualität in Europa ab sofort reduziert werde. Das soll helfen, „die Belastungen des Netzes in Zeiten verstärkter Heimarbeit, Ausgangssperren und geschlossener Schulen während der Coronavirus-Pandemie zu reduzieren“. Zuvor hatte EU-Industriekommissar Thierry Breton derartige Schritte gefordert. Ziel ist es, den Datenverkehr in Europa um etwa ein Viertel zu reduzieren. YouTube wird Videos für die nächsten 30 Tage nur noch in SD-Qualität ausstrahlen.

Österreichische Provider gerüstet

In Österreich dürfte man die Lage noch unter Kontrolle haben. Von Drei heißt es: „Wir haben ein sehr leistungsstarkes Netz und die daten- und internetaffinsten Kunden aller Betreiber. Somit sind wir gut aufgestellt und auf Höchstkapazität ausgerichtet.“ Aufgrund der Zunahme von Home Office komme es zu einem stärkeren Nutzungsverhalten tagsüber, Drei merkt „eine Zunahme der Sprachtelefonie von rund 50 % (auch viel längere Gespräche)
und eine ca 15-prozentige Zunahme der Spitzenlast im Datennetz“. Drei bestätigt jedenfalls: Die größten Datenmengen werden speziell von Streamingdiensten verbraucht. Drei „setzt darum laufend Optimierungsmaßnahmen“ und baue das Netz weiter aus.

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Von A1 gibt es ein ähnliches Statement: „Das A1-Netz hat ausreichend Kapazitäten und auch noch Reserven. Wir sehen zwar einen Anstieg im Datentraffic, es ist aber noch ausreichend Kapazität vorhanden. Insbesondere die Sprachtelefonie erlebt gerade eine Renaissance, die ÖsterreicherInnen telefonieren nicht nur doppelt so viel wie sonst, sondern auch weitaus länger.“

Und Magenta-CEO Bierwirth erklärt Folgendes: „Wir haben in den vergangenen Tagen All-Time-Highs vor allem in der Sprachtelefonie und auch ein Wachstum in der Datennutzung gesehen. Die Telefonie hat sich in der Arbeitszeit verdoppelt, die Internetnutzung ist um etwa 40 Prozent gestiegen. Stärkster Faktor im Datenverkehr ist das Video-Streaming, das nun nicht nur abends zunimmt, sondern auch tagsüber. Unsere Netze laufen stabil. Wir haben noch genug Kapazität und keinerlei Engpässe. Unsere Kunden müssen sich definitiv keine Sorgen machen.“

Netflix geht mit gutem Beispiel voran

Zuvor hatte heute bereits  Netflix angekündigt, die Übertragungsraten seines Dienstes zu drosseln. „Netflix hat beschlossen, die Bitraten in allen unseren Streams in Europa für 30 Tage zu reduzieren“, so ein Netflix-Sprecher gegenüber Business Insider.

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