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Crowdfunding

noyb: Max Schrems sammelt 300.000 Euro für seine Datenschutz-NGO ein

Jurist, Autor und Datenschutzaktivist und Initiator des Vereins noyb Max Schrems bei der Pressekonferenz zum Startschuss von noyb - © David Bohmann / PID
Jurist, Autor und Datenschutzaktivist und Initiator des Vereins noyb Max Schrems bei der Pressekonferenz zum Startschuss von noyb - © David Bohmann / PID

Die Crowdfunding-Kampagne des Wiener Datenschutz-Rechtlers Max Schrems war ein Erfolg. In zwei Monaten sammelte die von Schrems gegründete NGO noyb etwas mehr als 300.000 Euro ein. Das Ergebnis liegt damit über dem Mindestziel von 250.000 Euro. Schrems ist begeistert, dass 2.500 Personen und zahlreiche Unternehmen das Projekt finanziell unterstützen: „Das zeigt klar, wie intensiv das Bedürfnis ist, den übermächtigen Konzernen etwas entgegenzusetzen zu können.“ 110.000 Euro steuerten Firmen und Organisationen bei. Der größte Brocken davon, 25.000 Euro, kam von der Stadt Wien.

Weitere Spender sind die Datenschutz-freundliche Suchmaschine StartPage.com mit 20.000 Euro, die österreichische Arbeiterkammer mit 20.000 Euro, das Linzer Software-Unternehmen Fabasoft mit 20.0000 Euro, Mozilla (die Stiftung hinter dem Browser Firefox) mit 10.000 Euro oder PlusServer (ein Cloud-Anbieter mit Hauptsitz in Deutschland) mit 5.000 Euro. „noyb“ steht übrigens als Abkürzung für “none of your business”.

noyb soll mit Juristen und Technikern verstärkt werden

Schrems wünscht sich bis Ende des Jahres ein noch höheres Ergebnis. Mit 300.000 Euro sei man für das erste Jahr gut aufgestellt. Für den laufenden Betrieb rechnet Schrems allerdings mit jährlichen Kosten von einer halben Million Euro. Kommen die 500.000 Euro noch zusammen, soll das Team mit zwei Juristen und zwei Technikern aufgestockt werden, sagt Schrems zu Trending Topics. Wieviel neues Personal mit den erreichten 300.000 Euro an Bord geholt wird, sei noch unklar.

„Sobald die DSGVO in Kraft tritt, sind wir auch einsatzbereit.“ – Max Schrems

Schrems hat noyb im November 2017 als gemeinnützigen Verein gegründet. Ziel ist es, Datenschutzrechte gegenüber großen Firmen wie Google und Facebook durchzusetzen. Operativ startet der Verein deshalb mit 25. Mai 2018, dem Tag, an dem die Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) in der EU inkraft tritt. Schrems: „Sobald die DSGVO in Kraft tritt, sind wir auch einsatzbereit. Bis dahin bauen wir ein schlagkräftiges Team und eine effiziente Organisationsstruktur auf.“

VKI und EU-Politiker als Partner

Firmen, die sich nicht an die neue EU-Verordnung halten, drohen hohe Strafen von 20 Millionen Euro oder 4 Prozent des weltweiten Umsatzes. Wenn noyb auf Verstöße aufmerksam wird, reagiert die NGO mit informellen Mahnungen, Beschwerden bei den zuständigen Behörden, Musterverfahren und Sammelklagen. „Es soll jeweils der europaweit effektivste Weg der Rechtsdurchsetzung zum Einsatz kommen“, so Schrems. Dazu hat noyb auch Partner wie den VKI an Bord geholt. Unterstützung gibt es zudem von den Politikern Jan-Philipp Albrecht (EU-Abgeordneter, Grüne) und Paul Nemitz (EU-Kommission) sowie Josef Weidenholzer (EU-Abgeordneter, SPÖ).

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