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Neues AI-Institut von Koryphäe Sepp Hochreiter bekommt 25 Millionen Euro

KI-Experte Sepp Hochreiter ist Professor an der Johannes Kepler Universität Linz. © JKU
KI-Experte Sepp Hochreiter ist Professor an der Johannes Kepler Universität Linz. © JKU

Österreich ist auf dem Weg, zu einem der wichtigsten Zentren für Artificial Intelligence aufzusteigen. Wie „Der Standard“ berichtet, hat der in Deutschland gebürtige und in Linz tätige AI-Pionier Sepp Hochreiter 25 Millionen Euro vom niederländischen Kartendienst Here (bzw. dessen Stiftung) erhalten, um das neue „Institute of Advanced Research in Artificial Intelligence“ (IARAI) mit Sitzen in Linz, Wien und Zürich aufzubauen.

Die 25 Millionen Euro sind für die nächsten fünf Jahre gedacht. Hochreiter ist Leiter des Instituts für Machine Learning der Uni Linz und des Artificial Intelligence Laboratory des Linz Institute of Technology (LIT) und hat nun zusätzlich vor, rund 30 Forscher bei IARAI anzustellen. Es gehe darum, Grundlagenforschung zu betreiben, und nicht darum, für Here neue Systeme zu entwickeln.

Grundlagenforschung für die großen Entwicklungen

Interesse an Künstlicher Intelligenz hat Here, das sich die deutschen Autoriesen Audi, BMW und Daimler 2015 von Nokia für 2,8 Milliarden Euro kauften, aber sicher. Denn der Kartendienst soll den Europäern als Alternative zu Google Maps dienen und gilt als wichtiger Baustein für die Navigation von autonomen Fahrzeugen. Laut Hochreiter könne man mit den Daten von Here Echt-Welt-Simulationen durchführen.

Hochreiter selbst ist für die Entwicklung so genannter Short-Term Memory-Netzwerke (LSTM) in der AI-Branche bekannt geworden. Diese sind die Grundlage für viele Funktionen wie Sprachverarbeitung oder Textanalyse. „Apple, Google, Microsoft, Facebook, die nehmen all meine Technologien her“, sagte Hochreiter im Interview mit Trending Topics. Auch Amazon oder Tesla seien an seinen Forschungsergebnissen interessiert.

Zum Standort Europa für KI-Forschung sagte Hochreiter: „China zeigt uns jetzt schon die lange Nase, auch Firmen in Russland sehen die Probleme nicht so, wie wir sie sehen. Die General Data Protection Regulation (GDPR) ist auch gut, um die Leute zu schützen, aber es ist ein Problem, die Entwicklung von KI weiter voranzutreiben.“ Wichtig sei, die Forschung nicht mit „irgendwelchen Bestimmungen“ auszubremsen.

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