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KI-Stategie: Klimaschutz- und Wirtschaftsministerium kontern Kritik

Digitalisierungsministerin Margarete Schramböck (ÖVP) und Klimaschutzministerin Leonore Gewessler (Grüne). © BMDW
Digitalisierungsministerin Margarete Schramböck (ÖVP) und Klimaschutzministerin Leonore Gewessler (Grüne). © BMDW

Am Dienstag setzte es von Experten heftige Kritik an der neuen, am European Forum Alpbach präsentierten KI-Strategie der österreichischen Regierung. Laut einem kollektiven Statement von KI-Spezialisten handelt es sich um eine „bittere Enttäuschung“ (Trending Topics berichtete). Nun reagieren das Klimaschutz- und Wirtschaftsministerium auf die Kritik. Ihnen zufolge handelt es sich um eine „agile Strategie“.

„Bittere Enttäuschung“: Massive Kritik an neuer KI-Strategie von Hochreiter und Co.

„Umfassender Strategieprozess“

Digitalisierungsministerin Margarete Schramböck (ÖVP) und Klimaschutzministerin Leonore Gewessler (Grüne) präsentierten die KI-Strategie vergangene Woche bei den Technologiegesprächen in Alpbach, ohne in den Dokument konkrete Anhaltspunkte zu liefern, wie sie finanziert werden soll. In einer Pressekonferenz am Montag konkretisierte Schramböck dann gegenüber Trending Topics, dass man in den Jahren bis 2030 satte zwei Milliarden Euro über verschiedene Instrumente in den Bereich fließen lassen wolle.

„Die vorliegende KI-Strategie bildet den Abschluss eines umfassenden Strategieprozesses. In den vergangenen Monaten und Jahren haben über 160 Experten in sieben Arbeitsgruppen an den unterschiedlichen Elementen gearbeitet. Zudem wurde im Rahmen einer offenen Konsultation breiter Input eingeholt“, heißt es in der neuen Stellungnahme der Ministerien. Auch der Rat für Robotik und künstliche Intelligenz habe seine Expertise in den Prozess eingebracht.

Österreichische KI-Strategie soll bis 2030 mit 2 Milliarden Euro gefördert werden

KI-Plan sollte den Rahmen festlegen

Schon immer habe die Regierung den Plan als eine agile Strategie gedacht. Sie bilde den Rahmen und lege die Prinzipien fest, auf deren Basis eine gemeinsame Umsetzung gelingen könne. Dabei solle die ressortübergreifende Herangehensweise genauso wie die vielfältige Partizipation der Community im Zentrum stehen.

Auch in den vergangenen Jahren seien bereits verschiedenste KI-Projekte durch die Regierung gefördert worden. „Dabei wurden Forschungseinrichtungen und Unternehmen dabei unterstützt, KI-Vorhaben umzusetzen. 2021 wurde dazu die erste spezifische KI-Förderschiene (AI for Green) ins Leben gerufen. Ebenso wurde 2020 und 2021 eine aws-Förderung für vertrauenswürdige, innovative KI-Projekte vergeben. Betrieben steht ebenso der KI-Marktplatz sowie eine Beratung durch die Digital Innovation Hubs zur Verfügung“, erklärten die Ministerien.

Investitionsprämie geht hauptsächlich an Kleinstunternehmen

Österreich droht zurückzufallen

KI-Experte Sepp Hochreiter bezieht sich bei seiner Kritik auf ein Positionspapier der uniko aus dem Jahr 2019, das ein eigenes AI-Institut samt entsprechender Infrastruktur und personeller Ausstattung forderte. Veranschlagt dafür wurden eine jährliche Finanzierung in der Größenordnung von rund 30 Millionen Euro, um damit zehn bis 15 Forschungs‐ und Nachwuchsforschungsgruppen zu finanzieren. Weitere 15 Millionen Euro jährlich wären notwendig, um rund 100 Prae‐ und Post‐Docs für 10 Jahre zu finanzieren, und schließlich brauche AI auch die Hardware (GPUs). 10.000 GPUs seien notwendig, die mit rund 40 Millionen Euro zu Buche schlagen.

Weil sich das in der Strategie nicht wiederfindet, befürchten die Experten, dass Österreich im internationalen Vergleich zurückfallen könnte. Selbst gegenüber anderen europäischen Ländern könnte die Alpenrepublik im Bereich Künstliche Intelligenz zurückfallen.

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