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Neue Fonds, neue Hubs: Wie sich das Startup-Ökosystem 2017 weiterentwickelt hat

Im Factory Hub Vienna. © Tele Haase
Im Factory Hub Vienna. © Tele Haase

Was brauchen Startups, um zu gedeihen? Genau. Im Wesentlichen Geld, Zeit und Raum. Und so haben 2017 verschiedene Player im Ökosystem dafür gesorgt, dass es davon mehr gibt. In Österreich sind neue Hubs und Accelerators entstanden, es gab mehr Events als jemals zuvor, und es sind viele Millionen Euro in neue Fonds geflossen, die in den kommenden Monaten und Jahren in Jungfirmen gepumpt werden.

Dem „State of European Tech„-Report zufolge ist der Standort in zwei Kategorien aufgestiegen: Österreich ist mittlerweile Nummer 8 in Europa, wenn es um das nationale Wachstum der Tech-Arbeitskräfte geht, und Wien ist der Hub mit dem achtgrößten Investment-Volumen in Startups.

Mehr Geld für Startup-Investments

Zusätzlich zu Speedinvest, startup300, eQventure und vielen Business Angels wie Hermann Hauser sind dieses Jahr zwei neue Fonds dazugekommen. Der erste ist Apex Ventures von Stefan Haubner, Christoph Kanneberger und Andreas Riegler. 10 Millionen Euro wurden im Juli in den Topf gelegt, um in die Bereiche Digitale Plattformen, AI, Smart Data, Cybersecurity, FinTech und Future of Work zu investieren. Das durchschnittliche Ticket soll bei 500.000 Euro liegen. Apex (lateinisch für „Gipfel“) ist bis dato bei Kivu Technologies und bei Haawk eingestiegen.

Der zweite neue Fonds hatte sein First Closing erst kürzlich bekannt gegeben: capital300, der an das Business-Angel-Netzwerk startup300 angedockte neue Fonds für Wachstumsfinanzierungen, hat mehr als 20 Millionen Euro eingesammelt (u.a. bei Hermann Hauser, Hansi Hansmann, Hans Peter Haselsteiner, Raiffeisenlandesbank und Sparkasse Oberösterreich). 2018 soll der Fonds auf 40 bis 60 Millionen Euro anwachsen. Angepeilt werden Series-A-Runden in der Größenordnung von zwei bis zehn Millionen Euro, um Firmen die Internationalisierung zu ermöglichen.

Die neuen Hubs locken Gründer an

Auch in Sachen Raum gibt es seit diesem Jahr deutlich mehr Angebot für österreichische Startups. Die factory300 des Business-Angel-Netzwerks startup300 öffnete im Juni – mit dem Ziel, eine Ausbildungsstätte von Gründern für Gründer anzubieten. Außerdem wurde die so genannte „Strada del Startup“ in der Tabakfabrik eröffnet. Sie bietet Jungfirmen 5.600 Quadratmeter zum Denken, Arbeiten und Leben.

Philipp Holly und Manfred Strasser vom Startup Swell. © Jakob Steinschaden
Philipp Holly und Manfred Strasser vom Startup Swell. © Jakob Steinschaden

Der Wiener Startup-Hub weXelerate zog dann im September nach und bietet seither auf mehr als 8.000 Quadratmetern Platz für die Startup-Batches, die drei Monate kostenlos an einem Accelerator-Programm teilnehmen können. weXelerate ist seither auch die neue Heimat des größten österreichischen Risikokapitalgebers, Speedinvest von CEO Oliver Holle, oder der auf M&A spezialisierten i5invest von Markus Wagner.

Außerdem eröffneten andere, kleinere Hubs wie etwa der Factory Hub Vienna für Hardware-Startups, die Factory1 bei Kapsch, IST Cube in Niederösterreich oder Match Maker Ventures in Wien. Weiters Der Impact Hub baute außerdem seine Fläche auf mittlerweile 1.800 Quadratmeter aus, wo es vor allem um die Ansiedelung von Social Entrepreneurs geht.

Bei weXelerate am Wiener Donaukanal. © weXelerate
Bei weXelerate am Wiener Donaukanal. © weXelerate

Rückschläge gab es auch zu verbuchen: Weil die Finanzierung nicht mehr sicher gestellt werden konnte, musste der Coworking Space sektor5 in Wien seine Pforten schließen, und rund um den Abgang des ehemaligen weXelerate-Geschäftsführers gab es viel Aufregung und Unstimmigkeiten hinter den Kulissen. Zudem wurde die Eröffnung der Talent Garden-Zweigstelle in Wien wegen einer nicht geeigneten Immobilie auf unbestimmte Zeit verschoben.

Neue Events zum Lernen und Netzwerken

Die Events, auf denen sich Startup-Gründer herumtreiben, kann man mittlerweile kaum mehr zählen. Einige neue Events neben dem Pioneers Festival und WeAreDevelopers in Wien und dem Fifteen Seconds in Graz lockten jedenfalls zahlreiche aus der Branche an – etwa das 4Gamechangers von Puls 4 oder Darwin`s Circle von Darwins Lab.

Mit der Startup Pool Party gab es im Sommer dann ein festliches Highlight, das von den Female Founders Lisa Fassl, Tanja Sternbauer und Nina Wöss organisiert wurde. Sie haben mit einem Bootcamp im Sommer dafür gesorgt, dass mehr Frauen in der Startup-Szene aktiv werden (Trending Topics berichtete).

Auf der Female Founders Pool Party in der Pratersauna. © Tamás Künsztler
Auf der Female Founders Pool Party in der Pratersauna. © Tamás Künsztler

Offenlegung: Trending Topics hat Investment von startup300, Speedinvest und Puls4 bekommen.

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