Videostreaming

Netflix schaltet einen Gang hinunter, um Internet nicht zu überlasten

Netflix in Rot. © Unsplash
Netflix in Rot. © Unsplash

Um die Netze zu schonen, hat der Videostreaming-Dienst Netflix angekündigt, die Übertragungsraten seines Dienstes zu drosseln. „Netflix hat beschlossen, die Bitraten in allen unseren Streams in Europa für 30 Tage zu reduzieren“, so ein Netflix-Sprecher gegenüber Business Insider. „Wir schätzen, dass dies den Netflix-Verkehr in den europäischen Netzwerken um etwa 25 Prozent reduzieren und gleichzeitig eine guten Qualität für unsere Nutzer gewährleisten wird.“

Dieser Entscheidung ging eine Verhandlung mit EU-Kommissar Thierry Breton voraus. Dieser hat bereits von Netflix gefordert, zur Schonung der europäischen Netze die Bitraten von Videostreaming zu drosseln. Durch die Ausgangsbeschränkungen in nahezu allen europäischen Ländern während der Corona-Krise ist es zu einem starken Anstieg der Datennutzung gekommen. Der CDN-Betreiber Akamai etwa berichtet von einem Anstieg um 50 Prozent. Und da Video schon bisher 70 Prozent des Internetverkehrs ausmachte, sind Streams natürlich belastend für die Netze.

Netzbetreiber dürfen priorisieren

Um ein Gefühl für die Daten zu bekommen, die Netflix verursacht: Eine Stunden Streamen in HD-Auflösung verursacht 3 Gigabyte Datenverkehr, eine Stunde SD-Auflösung etwa einen Gigabyte. Schon bisher hat der Streaming-Dienst die Auflösung passend zur verfügbaren Bandbreite des Nutzers automatisch angepasst.

In Österreich haben Netzbetreiber bisher verkündet, dass die Netze noch weit von der Überlastung entfernt sind. Drei-Chef Jan Trionow meinte etwa, dass „Zurückhaltung beim Videostreamen nicht notwendig“ sei. Die Regulierungsbehörde RTR allerdings hat den Netzbetreibern wie berichtet bereits erlaubt, Datenpakete während der Corona-Krise zu priorisieren, um etwa Videostreaming nachzureihen und Kapazitäten für andere Dienste freizuhalten.

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