Channel

Investors

Schokolade

Neoh: Riegel-Macher wollen durch Aktienausgabe bis zu 880.000 Euro einnehmen

Neoh-Gründerteam: Adel Hafizovic, Manuel Zeller, Patrick Kolomaznik, Alexander Gänsdorfer © Neoh
Neoh-Gründerteam: Adel Hafizovic, Manuel Zeller, Patrick Kolomaznik, Alexander Gänsdorfer © Neoh

Er ist irgendwo zwischen Schoko- und Fitnessriegel angesiedelt und punktet bei Konsumenten mit einem sehr geringen Zuckergehalt: Der österreichische Riegel-Hersteller Neoh, hinter dem die Alpha Republic GmbH steht, hat sich in den letzten Jahren zu einer bekannten Marke gemausert. Im Rahmen von Finanzierungsrunden 2020 durch den deutschen Fußball-Nationalspieler Jonathan Tah und Biogena, die dieses Jahr insgesamt 380.000 Euro investierten, ist die Bewertung des Schokoriegelherstellers auf satte 20 Millionen Euro gestiegen.

Und das ist noch nicht alles. Wie das Neoh-Team rund um Gründer und CEO Manuel Zeller heute bekannt gegeben hat, will man über die Ausgabe von Aktien der neue gegründeten Neoh Invest AG an Investoren bis zu 880.000 Euro einnehmen. Fokus liegt auf der weiteren Expansion in Deutschland. Abgewickelt wird die Transaktion über die für Wertpapiertransaktionen spezialisierte Finanzierungsplattform Invesdor.com. Das bedeutet, dass Investoren ihr Geld nicht direkt in die Alpha Republic GmbH stecken, sondern eben in die neue Neoh Invest AG. Diese wird dann bis zu 4 Prozent der Alpha Republic GmbH erwerben. Das würde dann einer Unternehmensbewertung von 22 Millionen Euro entsprechen.

„In den vergangenen Jahren ist es uns gelungen, die Neoh-Riegel erfolgreich am österreichischen Markt zu etablieren. Dieser Erfolg öffnet uns gerade Türen in vielen weiteren Märkten – allen voran Deutschland. Die Gründung der NEOH Invest AG ist der wichtige nächste Schritt um unser sehr langfristiges Ziel, die Zukunft des Naschens zu definieren und so ein globaler Spieler am Süßwarenmarkt zu werden, zu erreichen“, so Manuel Zeller. „Durch die Ausgabe von Aktien ermöglichen wir es, sich auch mit kleinen Beträgen ab 1.000 Euro an NEOH und an der Umsetzung unserer Vision zu beteiligen.“

© Neoh
© Neoh

Push durch USA, TV-Werbung und White-Label-Geschäft

Das Geld soll in die weitere Expansion des Unternehmens gesteckt werden. Neoh-Riegel sind unter der eigenen Marke zu haben, können aber auch als White-Label-Lösung unter anderer Marke verkauft werden. „Weight Watchers“ etwa verkauft die Riegel auf diese Weise in mehr als zehn Ländern in Europa. Unter Lizenz soll der Riegel bald auch in den USA verkauft werden.

Die Kapitalerhöhung jetzt wird nicht die letzte bleiben. Über Zeit soll die NEOH Invest AG ihre Anteile an der Alpha Republic GmbH auf bis zu 20 Prozent aufstocken. Nach der aktuellen Finanzierungsrunde werden die vier Gründer insgesamt mindestens 72 Prozent der GmbH halten, etwa 24 Prozent von den bisherigen Investoren. Außerdem wird der TV-Sender Pro 7 sich beteiligen, weil er ein Media-Volumen von 2,5 Millionen Euro für TV-Kampagnen zur Verfügung stellen wird. Diese 2,5 Millionen Millionen an Media-Volumen werden mit einem Wert von 750.000 Euro Kapitalanteil an der Alpha Republic GmbH gewandelt (auch ein guter Hinweis darauf, was Media-Volumen heute wert ist).

Was bekommen die Investoren, die nun ab 1.000 Euro einsteigen können? Bis 2023 sind keine Dividendenzahlungen vorgesehen, weil verfügbare Mittel vorerst in die Expansion reinvestiert werden sollen. In den nächsten Jahren setzt man demnach auf eine Wertsteigerung der Wiener Firma.

Corona-Krise sorgt für satte Umsatzeinbußen

Der Umsatz, der mit den Neoh-Riegeln bzw. den White-Label-Produkten gemacht wird, lag 2019 bei 3,2 Millionen Euro und soll 2020 auf 3,7 Millionen Euro ansteigen. 2021 wird mit einem Umsatz von bereits 7,6 Millionen Euro gerechnet, also mehr als einer Verdoppelung. Und das, obwohl die Corona-Krise und die Lockdowns erheblichen Einfluss auf das Geschäft haben und haben werden. Denn 2020 rechnet Zellers Team mit Umsatzeinbußen von 1,5 Millionen, 2021 mit Einbußen von einer Million Euro. In den schwarzen EBITDA-Bereich will das Unternehmen ab 2021 kommen.

Springe zu:

Ganzen Artikel lesen
Corona-Krise